Oberstdorf
Mit einer mobilen Praxis zu vierbeinigen Patienten

Pony Trixi ist ein klassischer Ausbrecher, schlüpft gern mal durch die Umzäunung, um aufs Nachbars Wiesen zu grasen. Schimmelwallach Joey liebt es, wenn sich was rührt rund ums Haus, steckt überall neugierig seine Nase hinein und gibt bereitwillig das Fotomodell, während die Stute Gypsy lieber das Weite sucht. Drei Pferde, denen es spürbar gut geht auf ihrer Weide am Ortsrand von Oberstdorf. Kein Wunder, denn ihre Besitzerin Antonia Geierstanger ist echter Profi und kümmert sich nicht nur liebevoll um die eigenen Tiere, sondern als Physiotherapeutin auch ums Wohlergehen anderer Leute Pferde.

Nach ihrem Abitur absolvierte die 24-jährige Oberstdorferin in einem Intensiv-Studiengang in Ingolstadt ihre ungewöhnliche Ausbildung. Ungewöhnlich, weil es in ganz Deutschland derzeit kaum mehr als 100 professionelle Pferde-Physiotherapeuten gibt. Als sie vor vier Jahre ihre mobile Praxis eröffnete, wusste sie aber auch, dass sie von diesem Beruf allein nicht würde leben können, und sattelte eine Ausbildung als Ergotherapeutin für Kinder und neurologische Patienten drauf. «Beide Berufe ergänzen sich wunderbar», schildert die 24-Jährige, die inzwischen eine halbe Stelle als Ergotherapeutin angetreten hat, aber auch in ihrem zweiten Job als Physiotherapeutin für die sensiblen Vierbeiner einen Neuanfang wagt.

Normalerweise besucht Antonia Geierstanger ihre Patienten im heimischen Reitstall, in schwierigen Fällen bietet sie aber auch eine stationäre Behandlung an. Nach Operationen, bei schmerzhaften Narben, wenn Muskulatur abgebaut ist oder das Pferd eine lange Schonzeit hinter sich hat und somit nur gering belastbar ist - in all diesen Fällen kann Antonia Geierstanger helfen.

Reiter von Therapie überzeugen

Viele Pferde mit Schmerzen nähmen automatisch eine Schonhaltung ein, die sich negativ auf die Wirbelsäule auswirke. Auch übertriebenes Training führe zur Verkrampfung. «Oft sind die Reiter ratlos, wenn ein Pferd funktionell zwar auf dem Posten ist, trotzdem unerklärlich verweigert oder anfängt zu lahmen», schildert die Physiotherapeutin.

Die Expertin arbeitet ganzheitlich, schaut sich die physischen Voraussetzungen des Pferdes an, die Ausrüstung von Huf bis Sattel, Training, Stall, Fütterung und den Sozialkontakt zu anderen Pferden. Der sei wichtig für die Herdentiere. «Auch wenn Schmerzen den vierbeinigen Patienten manchmal aggressiv machen und der Besitzer ihn von den Stallkollegen abgrenzt», gibt sie zu bedenken, dass auch Psychologie gefragt sei: «Oft auch beim Reiter.» Es erfordere viel Diplomatie und Taktgefühl, um den Reiter von neuen Trainingsplänen für sein Pferd zu überzeugen.

Termin: Einen Einblick in ihre Arbeit gibt Antonia Geierstanger am Sonntag, 11. Oktober, 14 bis 16 Uhr, an der Reitanlage (Scheibenstraße 8).

antonia.geierstanger.org

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