Glaubensfest
Mit einem Besuch des päpstlichen Gesandten geht Veranstaltungsreihe zu Ende

'Es ist recht, dass Sie sich freuen und jubeln' – Anerkennung von weit oben in der katholischen Hierarchie gab es zum Abschluss des 'Glaubensfestes' in Kaufbeuren. Erzbischof Jean-Claude Périsset lobte die Franziskanerinnen, die Stadt und alle Beteiligten an der neunmonatigen Veranstaltungsreihe zum 750-jährigen Bestehens des Klosters und zum zehnten Jahrestag der Heiligsprechung von Crescentia. Périsset, der Apostolische Nuntius (Botschafter des Papstes) in Deutschland, zelebrierte am Samstag den feierlichen Abschlussgottesdienst.

Das Finale des 'Glaubensfestes' begann, wie bereits kurz berichtet, am Freitagabend mit einer Lichterprozession. Zusammen mit Périsset, dem Augsburger Bischof Konrad Zdarsa und zahlreichen Geistlichen begleitete eine große Menge von Gläubigen den Crescentiaschrein auf seinem Weg vom Kloster nach St. Martin.

Bei dem feierlichen Zug, der auch am Geburtshaus der Heiligen in der Neuen Gasse Halt machte, spielten die 'Crescentia-Bläser'. Während der anschließende Vigilfeier in der Stadtpfarrkirche predigte Zdarsa in Form eines Gesprächs mit jungen Kaufbeurern und Oberbürgermeister Stefan Bosse.

Bei der Beantwortung ihrer Fragen appellierte der Bischof an die Zuhörer, sich – wie die heilige Crescentia – nicht von irdischen Gütern und Verhältnissen vom Glauben abbringen zu lassen. Zdarsa hob die Bedeutung des Bußsakramentes für die Gewissensbildung, aber auch für das seelische Wohlbefinden hervor.

Er rief die Führung der 'Stadt der heiligen Crescentia' dazu auf, ein Klima zu schaffen, in dem 'Fremde freundlich gegrüßt', die Jugend und das Ehrenamt gefördert und die christlichen Werte geachtet werden. Moderne geistliche Musik begleitete die Vigilfeier, die mit dem sakramentalen Segen endete.

Lob für lange Tradition der Ökumene

Beim Festgottesdienst am Samstag stand neben Erzbischof Périsset und zahlreichen Geistlichen aus Kaufbeuren und der Diözesanleitung auch der ehemalige Augsburger Bischof Viktor Josef Dammertz am Altar von St. Martin. Dammertz war 2001 bei der Heiligsprechung Crescentias im Amt und hat den Prozess aktiv begleitet und gefördert.

Périsset erläuterte in seiner Predigt anhand verschiedener Stationen im Leben Crescentias deren besondere Gaben und Tugenden. Ihre Armut, ihr stetes Vertrauen auf Gottes Hilfe und ihre Hingabe hätten sie zu einer 'weisen Ratgeberin' und 'mächtigen Fürsprecherin', vor allem aber zu einem Vorbild gemacht. Die Biografie der Heiligen zeige aber auch: 'Gelebte Ökumene ist in Kaufbeuren schon lange Wirklichkeit.

' Mit den prächtigen barocken Klängen der 'Missa S. Eugenii' aus der Feder des Irseer Musikpriors und Crescentia-Zeitgenossen Meinrad Spieß erfüllten Kirchenchor, Orchester und Solisten von St. Martin bei der Messe das gut besuchte Gotteshaus. Im Anschluss an die Messe gab das Kloster einen Empfang für die hohe Geistlichkeit sowie für die Beteiligten am Heiligsprechungsprozess für Crescentia, der am 25. November 2001 sein glückliches Ende fand.

Dr. Karl Pörnbacher, der damals als Vizepostulator das Verfahren in Rom maßgeblich prägte, blickte humorvoll auf die teilweise turbulenten Geschehnisse zurück. Nach seiner kraftvollen Predigt beim Gottesdienst erwies sich der Apostolische Nuntius im kleinen Kreis als liebenswürdiger und bescheidener Kirchenmann.

Nach dem Mittagessen plauderte er noch lange mit den Klosterschwestern, bevor er alleine mit dem Zug weiter in seine Schweizer Heimat fuhr. Der Tag endete mit einem ganz Crescentia gewidmeten Konzert in der Stadtpfarrkirche.

Nach einem weiteren Festgottesdienst am gestrigen Sonntag in St. Martin wurde der Crescentiaschrein mit einer Prozession wieder zurück in die Klosterkirche gebracht und damit das 'Glaubensfest' endgültig abgeschlossen.

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