Oberstdorf
Mit der Lupe auf der Jagd nach Skorpionfliegen

Amelie versucht, die hübsche Margerite so genau wie möglich zu bestimmen. Melanie zeichnet voller Begeisterung eine Schnake ab. Und die quirlige Sara ist völlig fasziniert von der kleinen Becherlupe, mit der sie ein Insekt nach dem anderen fängt und untersucht. «Leben auf der Wiese» hautnah erfahren konnten jetzt 20 Buben und Mädchen aus der 1a der Oberstdorfer Grundschule auf dem Blumenberg Fellhorn.

Organisiert hatte die Exkursion Oliver Scherm, Fachberater für Umweltbildung im Landkreis Oberallgäu. Sein Ziel: mit kleinen Spielen und Übungen Kindern die Wiese anschaulich machen. Dabei geht es ihm weniger darum, dass sich die Buben und Mädchen schwierige Namen oder das genaue Aussehen der Pflanzen merken. Vielmehr will er schlichtweg einen Bezug zu Pflanzen und Tieren schaffen. «Um die Natur zu schätzen, muss man die Natur kennen», betont er.

Verhaltensregeln beigebracht

Und so bekommen die Kinder einige Verhaltensregeln mit auf den Weg, ehe es ans Erforschen geht: Blumen werden nur angeschaut, nicht abgepflückt. Und die Tierchen werden vorsichtig gefangen und - nachdem angeschaut - wieder lebend freigelassen.

Wie die Schüler rasch merken, tummelt sich, obwohl es bis vor Kurzem noch geregnet hat, so manches Getier auf der Wiese: Angefangen bei Schnaken und Motten über verschiedene Spinnen bis hin zur markanten Skorpionfliege und einer großen Hummel landen Krabbler in

den Becherlupen. Inzwischen haben Amelie, Melanie und Sara ihre Margerite ganz genau bestimmt und wissen nun auch: Zu deutsch nennt sich das hübsche Gewächs eigentlich alpine Wucherblume.

Als nächstes kommt die Alpen-Glockenblume dran, dann stellt Oliver Scherm einige Besonderheiten auf der Wiese vor: das Ferkelkraut wegen des lustigen Namens, eine wild wachsende, herrlich duftende Thymianart und das lebend gebärende Alpengras, das sich auf ungewöhnliche Art fortpflanzt. Nicht ganz so leicht ist die nächste Aufgabe: Mit dem Bestimmungsbuch in der Hand gilt es, eine bestimmte Blume zu finden.

Melanie tut sich dabei nicht schwer, schließlich soll ihre Gruppe eine Teufelskralle finden - und die wächst auch bei der Oma im Garten.

Am Ende werden die Buben und Mädchen zu Entdeckern in einem unerforschten Land und dürfen einer Blume einen ganz eigenen Namen geben. Dabei mangelt es den Kleinen nicht an Kreativität, plötzlich wachsen am Fellhorn Bananenblumen, Nebelblumen und Eier-

Fünfer-Blüten. Eines ist bei der Exkursion ganz sicher gelungen: Der Forscherdrang und die Faszination an der Vielfalt der Natur ist in manchem Kind geweckt.

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