Fuchstal
Mit der Drehorgel durch ganz Europa gereist

«Ansteckend» wirkt offensichtlich die Leidenschaft für Drehorgeln und andere historische mechanische Musikinstrumente. So konnte der passionierte Sammler Klaus Halter aus Leeder bei seiner Veranstaltung in der Restauration Blätz nicht nur viele interessierte Zuschauer und Zuhörer begrüßen sondern auch eine ganze Reihe von anderen «Leierkastenmännern» und Frauen aus der näheren und weiteren Umgebung.

Ein musikalischer Wettstreit

Diese lieferten sich dann den ganzen Tag über bei angenehmen Temperaturen im Garten des Gasthauses einen musikalischen Wettstreit. Uschi Walter aus München ist Krankenschwester von Beruf und schon seit 17 Jahren mit ihrer Drehorgel unterwegs. «Dabei habe ich Begegnungen mit Menschen, die ich sonst nie treffen würde», meint sie und sucht diese nicht nur anlässlich von «Hochzeiten, Familienfeiern und Jubiläen» sondern auch bei ihren Reisen mit dem Wohnmobil durch ganz Europa, bei denen sie sich zumindest das «Spritgeld» mit ihrem Hobby verdienen kann.

In Italien wird nicht georgelt

Über die «Toleranz der Ordnungshüter» in den einzelnen Ländern weiß sie aus eigener und fremder Erfahrung zu berichten. In Italien brauche man die Orgel erst gar nicht auspacken, stellt sie fest, besser klappe es dann schon in Frankreich. Und ganz unbürokratisch und mittlerweile auch offiziell geduldet ist Uschi Walter schon seit vielen Jahren auf dem Oktoberfest dabei.

Dort hat sie auch den siebenjährigen Sandro aus Gauting kennen gelernt, ein Naturtalent mit dem Akkordeon, der ohne Noten zu kennen, einmal gespielte Stücke nachspielt und sie beim Drehorgeln gelegentlich - ebenfalls angemessen kostümiert - begleitet.

Wie etwa bei dem Treffen in Fuchstal, nicht jedoch auf dem «größten Volksfest der Welt» selbst, denn da sei der Auftritt immer etwas «riskant» und es erfordere einiges Geschick, sich alkoholisierter Besucher zu erwehren, die einem unter Umständen das Bier in die Orgel kippen wollen.

Während Robert Kassebaum aus Schongau seit zwölf Jahren mit seinem Musikinstrument überwiegend «allein zum Spaß» orgelt und dazu auch singt, hat Winfried Klein aus München sein Hobby sogar zum Beruf gemacht.

Der ehemalige Kirchenmusiker tritt nicht nur bei größeren und kleineren Veranstaltungen auf wie etwa bei einem Familiennachmittag im Gärtnerplatztheater, sondern stellt auch die gelochten Papierrollen her, die im Inneren der Drehorgel für die passenden Melodien sorgen. Mittlerweile sind es ein paar hundert Lieder, angefangen von der Kirchensonate bis zum Song der Beatles.

Neben den «Leierkästen» gab es in Fuchstal noch andere Prunkstücke aus der Sammlung von Klaus Halter zu bewundern, neben der großen Jahrmarktsorgel «Ramona», die es im Oktober auch wieder am Leederer Herbstmarkt zu sehen gibt, waren es ein «spanisches Klavier» und verschiedene «Organetten», die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Vorläufer des Plattenspielers. Und da sich die Sammelleidenschaft von Klaus Halter nicht nur auf Musikinstrumente beschränkt, hatte er auch noch einige historische Uhren mitgebracht. Veranstaltet wurde das Treffen und die Ausstellung im Rahmen der Sommererlebnisfahrten auf der Fuchstalbahn. Somit nutzten zumindest einige Besucher die Möglichkeit, mit dem Sonderzug bis vor die Tür der ehemaligen Bahnhofsgaststätte gebracht zu werden.

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