Jubiläum
Mit den eigenen Händen am frischen Fleisch

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Schon als Zwölfjähriger half Anton Hartmann in der Metzgerei seines Vaters Josef. Damals konnte er die Rinderschlegel zwar noch nicht selber lupfen, aber das Auslösen hat ihm schon Spaß gemacht. Bis heute liebt er es, mit den eigenen Händen frisches Fleisch zu verarbeiten. Eine Grundvoraussetzung für die Freude an dem Knochenjob. «Wenns it dei Hobby isch, musch es eh lassen», sagt der 45 Jahre alte Metzgermeister. Weil schon der Großvater so dachte, blickt der Familienbetrieb inzwischen auf eine hundertjährige Geschichte zurück. Das wird an diesem Wochenende groß gefeiert.

1911 gründete Anton Hartmann seine Metzgerei in der Salzstraße. In dem Haus etwa auf Höhe der heutigen Verbindung «Bei der Rose» wuchs Sohn Josef heran. Lange bangten dessen Eltern, ob das Josefle je wieder aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehren würde, berichtet der heutige Chef. In der notigen Zeit war schnell klar, dass der Heimkehrer die Metzgerei fortführen sollte.

1956 eröffnete Josef Hartmann den Betrieb am heutigen Standort in der Feilbergstraße. Unter der ehemals fürstlichen Hofsäge verlief einst der Schlangenbach. Josef und Elisabeth Hartmann bekamen drei Kinder, 1965 erblickte Anton das Licht der Welt. Im Bavaria-Kindergarten und in der Wittelsbacherschule sammelte der Knirps die ersten Erfahrungen fürs Leben.

Im elterlichen Betrieb absolvierte Anton dann die Metzgerlehre. Beim Bund konnten sie den Gesellen danach gut in der Küche brauchen. «Als jüngster in meinem Jahrgang hab ich dann die Meisterschule gemacht», erzählt Hartmann weiter. 1995 übernahm er schließlich die Verantwortung im Familienbetrieb. Heute gehören ein gutes Dutzend Mitarbeiter zum Unternehmen, darunter zwei Auszubildende. «Guten Nachwuchs zu bekommen ist in unserem Beruf schwer. Wer Noten für die Banklehre hat, geht nicht in die Wurstküche», ist Hartmann klar.

Ihn findet man dort dagegen oft an sieben Tagen in der Woche. Wenn am Samstagabend Kundschaft das knusprige Spanferkel abholen will, muss die kleine Sau eben um sechs Uhr in der Früh in den Ofen.

Neben dem Verkauf im eigenen Laden versorgt Hartmann seine Kunden auch auf dem Wochenmarkt und dort neuerdings auch am eigenen Würstlestand mit seinen Spezialitäten. Ob im Geschäft oder auf dem Markt - Ehefrau Regina (40) ist stets mit am Werk.

Fünf potenzielle Nachfolger

Und wie stehts bei Hartmanns um eine mögliche Nachfolge? Fünf Kinder kämen dafür in Frage. Franziska (21) baut zurzeit ihr Abitur, Dominic (19) hat eine Kochlehre im Waldhorn absolviert. Riccardo (15) besucht die Realschule, Timo (11) und Vanessa (7) wissen noch nicht , wos einmal hingeht. Dominic wäre folglich ein Kandidat. Immerhin überlege er, ob er noch den Metzger zum Koch dazulernen soll.

Zu den aktuellen Lebensmittelskandalen will Hartmann gar nicht viel sagen. «Das sind halt die Großen, wo das ganze Zeug tonnenweise hin- und hergeschoben wird.» Mindere Qualität könne sich ein Betrieb wie seiner gar nicht leisten. Also kommen Fleisch- und Wurstwaren sämtlich aus kontrollierter Landwirtschaft und hauseigener Herstellung. Präsentiert wird die Ware im gerade renovierten Verkaufsraum in der Feilbergstraße.

 

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