Mit Clubkarte und Decken gegen das Rauchverbot

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Kempten | chs | Im Kampf um ihre rauchende Stammkundschaft zerbrechen sich derzeit viele Wirte in Kempten und Umgebung die Köpfe: Wie kann man trotz Verbot den Rauchern eine Möglichkeit bieten, ihrem 'Laster' nachzugehen? Wir hörten uns bei Gastwirten in Kempten um.

Auf die Club-Karte setzt Hanspeter (Pit) Hold, Wirt der Kneipe 'Ritterkeller'. Freitags, samstags und vor Feiertagen, öffnet er nur noch für Club-Mitglieder. Dass Hold mit dieser Lösung den Nerv seiner Kundschaft trifft, belegt die Anzahl der bereits gewonnenen Mitglieder. 'Allein in der ersten Woche wurden über 1000 Anträge abgegeben', freut sich der Wirt.

Hold grübelt schon seit rund einem Jahr über Lösungen für seine rauchenden Gäste, die keine Konflikte mit dem Gesetz verursachen. 'Von den zuständigen Behörden gab es keine Informationen', kritisiert der Wirt.

So erarbeitete der Kneipier in Eigenregie sein Club-Konzept mit folgenden Kernpunkten:

l Die Daten der Club-Mitglieder werden schriftlich erfasst.

l Das Mindest-Beitrittsalter beträgt 18 Jahre.

l Die Clubkarte gilt nur in Verbindung mit einem amtlichen Ausweis

l An Club-Abenden erhalten ausschließlich Mitglieder Einlass.

l Einmaliger Mitgliedsbeitrag in Höhe von einem Euro.

Ob sein Konzept tatsächlich aufgeht, ist noch offen. Das zuständige Rechts- und Ordnungsamt der Stadt muss sich selbst erst noch mit der neuen Gesetzeslage auseinander setzen. 'Sofern die Wirte die im Gesundheitsschutzgesetz aufgeführten Kriterien für Clubs und geschlossene Gesellschaften erfüllen, dürfte rechtlich nichts entgegenstehen', teilte Alwin Wegmann, stellvertretender Amtsleiter, gegenüber der AZ mit.

Einen anderen - wesentlich kostspieligeren - Weg will Johannes Palmer, Betreiber der Discothek 'Parktheater' gehen. Palmer plant, zwischen 20 000 und 30 000 Euro für eine 'Raucher-Area' zu investieren. Dafür soll ein überdachter Bereich entstehen, der mit der Diskothek direkt verbunden ist.

'Es riecht plötzlich nach Mensch'

Derzeit wird noch vor dem Eingang des Parktheaters geraucht. Die Gäste verhalten sich laut Palmer 'ruhig und kooperativ'. Allerdings berichtet Palmer über ein ganz neues Problem, das bisher - so absurd es klingen mag - vom Tabakrauch überdeckt wurde: 'Es stinkt nicht mehr nach Rauch, es riecht nach Mensch', so der Betreiber. Deshalb überlegt er, Duftspender anzuschaffen.

Die meisten Gastwirte nutzen jedoch einfache Mittel. Mit Stühlen und Bänken schaffen sie Sitzgelegenheiten und sorgen mit Decken und Heizstrahlern dafür, dass ihre Raucher gut durch den Winter kommen.

Andere Wirte gedulden sich noch, bevor sie größere Entscheidungen treffen wollen. Für Sven Menzel, Betreiber der Bar 'die Lobby', ist noch offen, ob er ebenfalls Clubabende veranstalten oder seinen Gästen einen Unterstand zur Verfügung stellen wird.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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