Mit Brillen und Spenden im Gepäck nach Uganda

Von Verena Kaulfersch | Simmerberg/Kyankwanzi Wenn sie von ihrem Vorhaben spricht, strahlt Maria Geiger. 'Das ist ein Lebenstraum, der sich jetzt erfüllt', sagt die 76-Jährige aus Simmerberg. Schon als junges Mädchen habe sie sich danach gesehnt, nach Afrika zu gehen, um in einer Missionsstation mitzuarbeiten. Knapp zwei Wochen noch, dann erfüllt sich Geigers Wunsch. Es ist ein Wunsch, der auch für andere viel bedeutet. Geiger reist nach Uganda, um den Bau eines Brunnens zu unterstützen und sammelt hierfür Spenden.

Das Ziel heißt Kyankwanzi, ein Dorf im Bezirk Kibaale. Dort betreut der Geistliche, Vater Andrew Kaggwa, eine Pfarrei mit rund 2000 Menschen. Über Vater Andrew sei auch der Kontakt zu dem Dorf in Uganda zustande gekommen, erzählt Geiger. Denn der Geistliche habe als Aushilfe in der Pfarreiengemeinschaft in Bad Grönenbach (Unterallgäu) gewirkt. Seitdem bestehe die Freundschaft und die Unterallgäuer Pfarrgemeinde unterstütze den Ort. Was das mit der 76-Jährigen aus Simmerberg zu tun hat? Geigers Sohn Klemens ist Seelsorger in der Unterallgäuer Pfarrgemeinde. Deren Mitglieder waren schon in Kyankwanzi zu Besuch. 'Als ich mal einen Vortrag gehört habe, habe ich gesagt: Wenn die wieder fahren, fahr’ ich mit.'

Der Entschluss, ein Brunnenbau-Projekt zu unterstützen, lag für Geiger nahe - beschäftigt sie das Thema Wasser doch schon lange: Seit 1969 kümmert sich Geiger bei der Wasserversorgung Simmerberg in einer Art Teilzeitjob um das Rechnungswesen. Ruhestand - das ist für die 76-Jährige keine Option. Nun also eine Aufgabe in Afrika: 'Ich finde es wichtig, dass die Leute Wasser haben.'

Damit dies bald der Fall ist, sammelt Geiger privat Spenden für einen Brunnen für Kyankwanzi. Sie selbst und ihre Familie haben dafür gespart, nun hofft die 76-Jährige auf Spenden von den Westallgäuern. Ihre Reise und den zweieinhalbwöchigen Aufenthalt in Kyankwanzi geht die 76-Jährige mit viel Zuversicht und Gelassenheit an. Fast alle nötigen Impfungen hat sie schon hinter sich, Mückenspray, Moskitonetz und ein paar leichte Sachen liegen bereit - und auch ein Karton mit gebrauchten Brillen, welche die Seniorin von einem Optiker bekam. Sie sind für Menschen mit Sehproblemen in Kyankwanzi, die sich keine Brille leisten können.

Auch durch den neunstündigen Flug lässt sich Geiger nicht schrecken, obgleich ihre bisher weiteste Reise nach Irland führte. Zwar weiß sie nicht, wo sie in Kyankwanzi untergebracht sein wird, aber 'es wurde mir versprochen, dass ich nicht auf dem Boden schlafen muss', sagt sie und lacht.

Die Familie findet’s klasse: 'Die bewundern meinen Mut.' Die 76-Jährige selbst freut sich auf die Begegnung mit den Menschen. 'Alle, die dort waren, sagen, dass die Herzlichkeit der Menschen unglaublich ist.'

Spenden für den Brunnen in Kyankwanzi sind möglich bis zum 23. Januar mit dem Vermerk 'Uganda' auf das Konto von Maria Geiger (Konto-Nr. 440442, Raiffeisenbank Westallgäu BLZ 73369823). Informationen unter Telefon (08 38 7) 553.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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