Datensammlung
Mit besserer Bildung Ausländer stärker einbinden

An Gymnasien ist ihr Anteil unterproportional. Dafür besuchen ausländische Kinder im Oberallgäu im Verhältnis häufiger als Deutsche eine Förder- oder Hauptschule. Ähnlich ist es bei der Arbeitslosigkeit: Sie trifft Ausländer «eklatant stärker». Das sind Ergebnisse des ersten «Integrationsmonitorings» im Oberallgäu. Die Untersuchung will Daten liefern, auf deren Grundlage ein Integrationskonzept entstehen kann.

Das Ziel liegt auf der Hand: Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund (wie Spätaussiedler, eingebürgerte Ausländer oder Kinder zugewanderter Aussiedler) sollen besser eingebunden werden. Es gelte, Vorurteile abzubauen und die Zusammengehörigkeit zu stärken, sagt Miriam Duran (Landratsamt).

Gefragt wäre beispielsweise, mehr Menschen mit Migrationshintergrund einen höheren Schulabschluss zu ermöglichen. «Gleichberechtigte Teilhabe am Bildungssystem» heißt das im Fachjargon. Die Bildung sei ein wichtiger Schwerpunkt und hänge auch mit dem Thema Arbeitslosigkeit zusammen, betont Duran. Eine gute Ausbildung für alle jungen Menschen sichere Arbeitsplätze und schaffe Steuerzahler statt Sozialhilfe-Empfänger.

150153 Einwohner lebten Ende 2009 im Oberallgäu, darunter rund 8000 Ausländer (5,3 %). Menschen mit Migrationshintergrund gibt es etwa 15000. Die meisten seien bestens integriert, sagt Landrat Gebhard Kaiser: «Viele haben es geschafft, hier im Oberallgäu anzukommen, beruflich wie sozial. Aber leider nicht alle; das wollen wir ändern.» Das Integrationsmonitoring soll Fakten und Entwicklungen ebenso aufzeigen wie Verbesserungspotenzial bei der Integration. Das helfe Politik und Verwaltung, sachgerecht zu entscheiden.

Auch wirtschaftlich ist das Thema von Bedeutung, etwa bei der Sicherung des Fachkräftepotenzials: Deutschlands Einwohnerzahl schrumpft und überaltert, während gerade die Jugend kulturell bunter wird. In der Altersgruppe unter zehn Jahren habe jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund, steht im Bericht.

Das Oberallgäu folgt dem Trend: Zwar steigt die Bevölkerung bis 2025 um knapp zwei Prozent, doch ändert sich die Altersstruktur dramatisch: Die Gruppe der Menschen bis 44 Jahre nimmt ab, bei den Älteren wird ein teils explosiver Anstieg erwartet. Die Zahl der über 80-Jährigen soll um rund 75 Prozent steigen.

Bedingt aussagekräftig

Für ein Integrationskonzept sind die bisher gesammelten Informationen allerdings nur bedingt aussagekräftig, weil die meisten statistischen Daten nur Ausländer erfassen. Zudem sind derzeit auch nicht alle Zahlen zueinander stimmig. Laut Duran wird darauf hingearbeitet, dass künftig alle Daten zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden. Der Kreis will das Monitoring jährlich überarbeiten und erweitern.

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