Engagement
Mirjam Knoll unterrichtete in Madagaskar - und hat dabei selbst viel gelernt

Der Wunsch nach einer Mischung aus sozialem Engagement und Abenteuer hat Mirjam Knoll nach Madagaskar gebracht. Dort, wo umgangssprachlich der Pfeffer wächst, hat die 23-jährige Kemptenerin ehrenamtlich drei Monate an einer Hochschule Englisch unterrichtet - und dabei einiges über das Leben in einem armen Land und über sich selbst gelernt.

Nach ihrer Rückkehr aus Afrika im Februar und vor dem Start in ihr Masterstudium in Nürnberg verbrachte Mirjam einige Zeit in der Heimat. «Die afrikanischen Uhren ticken anders als die deutschen: viel langsamer», berichtet Mirjam vom Alltag auf der von Europa über zehn Flugstunden entfernten Insel im Indischen Ozean.

Die dort gängige Lebenseinstellung «Mora, Mora» (was so viel bedeutet wie «gemütlich, gemütlich» oder «immer mit der Ruhe») sei allgegenwärtig. Ob beim mehrstündigen Warten auf ein Buschtaxi in der brütenden Hitze oder auf Kopien im Sekretariat der «École Supérieure Spécialisée du Vakinankaratra», der Schule, in der die Kemptenerin Englischstunden gab.

«Man kommt genauso zum Ziel», bemerkt die BWL-Bachelor-Absolventin der Ravensburger Dualen Hochschule mit einem kritischen Blick auf die «deutsche Hetze». Diese werde in Madagaskar sogar als unhöflich empfunden. Und an diese Gelassenheit versuche sie sich heute zu erinnern, wenn sie zum Beispiel an einer Supermarktkasse ungeduldig werde.

Und wie kam die 23-Jährige überhaupt nach Madagaskar? Sie hatte, so berichtet sie, sowieso vorgehabt, zwischen ihren beiden Studiengängen ins Ausland zu gehen. Über einen Freund erfuhr sie vom «Bildungsaustauschprogramm Reutlingen-Madagaskar». Die Idee, in einem Entwicklungsland zu helfen, habe sie sofort begeistert. Die Kosten für Flug und Visum musste sie übrigens selbst übernehmen.

Eine lohnende Investition, findet Mirjam, die nun von der facettenreichen Landschaft und den Menschen schwärmt, von denen rund drei Viertel unter der Armutsgrenze leben. Diese bewundert sie dafür, wie aufgeschlossen, respektvoll und fröhlich sie trotzdem seien. «Die Madagassen sind nicht umsonst solch ein lachendes Volk», betont Mirjam. «Sie haben mir gezeigt, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein - man muss sich das nur bewusst machen.»

Diese Erkenntnis möchte sich Mirjam für das Leben in Deutschland bewahren. Zudem wird sich die Allgäuerin weiter in dem Reutlinger Förderverein für mehr Bildung in Madagaskar engagieren. Denn sie hat nun selbst erfahren, welch wertvolles Gut Bildung in Entwicklungsländern wie Madagaskar sei. (ek)

Wer wie Mirjam Knoll in Madagaskar unterrichten will, findet alle Informationen im Internet unter

 

Drei Monate lang gab die Kemptenerin Mirjam Knoll auf Madagaskar Englischstunden - und hat dabei selbst viel gelernt. Fotos: privat/Egli

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