Buchloe
Minderheiten-Rechte stärken

«Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, Frieden und Wohlstand für alle zu schaffen und uns in Toleranz üben», darum geht es laut Europabgeordnetem Markus Ferber am Tag der Heimat. Gestern vormittag sprach er vor dem Mahnmal der Heimatvertriebenen auf dem Buchloer Friedhof. Den Heimatvertriebenen, blickte Ferber zunächst zurück, sei es «in vorbildlicher Art und Weise gelungen, einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der jungen Bundesrepublik zu leisten». Ferber: «Ohne Ihren Beitrag wäre das Wirtschaftswunder nicht möglich gewesen.» Dabei hätten es die Vertriebenen nicht immer leicht gehabt, erinnerte der CSU-Politiker und schaute auf seine Heimatgemeinde Bobingen. Das Dorf sei kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges kurzerhand in zwei Teile aufgeteilt worden. «Die Heimatvertriebenen wurden in verschiedenen Häuser einquartiert, «da hat es viele Resentiments gegeben». Letztendlich sei es aber dem Integrationswillen und der Leistungsbereitschaft aller zu verdanken, dass die Menschen in Schwaben eine neue Heimat gefunden haben.

Gleichzeitig bedauerte es Ferber, dass die Nachbarn Bayerns, die Tschechische Republik und auch die Slowakei, «erst vor kurzem die Unrechtsdekrete nochmals untermauert haben».

Perspektiven für die Menschen

Vertreibungen seien auch heutzutage «leider nicht aus der Welt verschwunden». «Menschen in Lager zusammenzupferchen darf aber aber kein Instrument des 21. Jahrhunderts mehr sein», betonte der Abgeordnete. Vielmehr müssten Menschen in ihrer jeweiligen Heimat auch als Minderheiten Perspektiven und Zukunft haben. Dazu sei es notwendig, die Menschen- und Minderheitenrechte in einem starken Europa zu schützen und zu stärken, betonte Ferber.

Stadtpfarrer und Dekan Reinhold Lappat appellierte, man dürfe nicht aufgeben, Schritt für Schritt zur Versöhnung zu kommen. Er hatte zuvor den Gedenkgottesdienst in der katholischen Stadtpfarrkirche zelebriert. Auch in der evangelischen Hoffnungskirche fand ein Gottesdienst zum Tag der Heimat statt.

Altbürgermeister Franz Greif und Johann Wiltschko, der Vorsitzende der Sudentedeutschen Landsmannschaft in Buchloe, legten am Mahnmal einen Kranz nieder. Wiltschko freute sich in seiner Dankesrede vor allem über den «guten Besuch der Gedenkfeier».

Die Stadtkapelle Buchloe sorgte mit ihrem Dirigenten Michael Werner für eine feierliche musikalische Gestaltung.

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