Millimeter-Arbeit in schwindelnder Höhe

Von Arno Pürschel Oberstdorf So etwas sieht man im Allgäu nicht alle Tage: Tonnenschwere Seilbahnstützen werden mit dem russischen Hubschrauber der bekannten Schweizer Fluggesellschaft 'Heliswiss' zu ihren Standorten an der neuen Fellhornbahn II (Achterkabinenbahn) geflogen und dort von Spezialisten unter atemberaubenden Umständen millimetergenau montiert.

Dieses Spektakel ließen sich gestern einige Dutzend Frühaufsteher nicht entgehen - sie hatten sich gemeinsam mit Seilbahnfachleuten aus dem Allgäu und dem Kleinwalsertal, mit Kommunalpolitikern aus Oberstdorf und dem Umland, Umweltexperten, Journalisten, Fotografen und diversen Kamerateams an der Talstation der Fellhornbahn eingefunden, um die 'fliegenden Stützen' mit eigenen Augen über sich schweben zu sehen. Die Nachricht von dieser außergewöhnlichen Aktion hatte sich sogar bis Augsburg verbreitet: Auch Regierungspräsident Ludwig Schmid (Regierung von Schwaben) verfolgte das Geschehen in vorderster Reihe mit.

Zunächst wirbelten die riesigen Doppelrotoren des rot lackierten, überdimensionalen 'Karamov' bei der Landung auf dem Lagerplatz der Stützen gewaltige Staubwolken auf. Fast gespenstisch sah es dann aus, als im ersten Tageslicht das abenteuerliche Luftfahrzeug mit der ersten Stütze am Seil abhob und in Minutenschnelle das tonnenschwere, meterdicke Stahlrohr im unteren Bereich der neuen Seilbahntrasse auf das vorbereitete Fundament postierte. Dort wurde es von den wartenden Spezialisten sofort justiert und verschraubt. Eine Stunde lang wiederholte sich dieses Schauspiel in unterschiedlicher Form. Erst hingen die Stützenteile am Seil des Hubschraubers, danach die sperrigen Verstrebungen für das Tragseil-Räderwerk und zum Schluss die ausladenden 'Räderbatterien'.

Mit Hilfe dieser kostspieligen (mindestens 500 Euro pro Flugminute), dafür aber effizienten Transportmethode waren innerhalb gut einer Stunde alle Stützen bis zur Mittelstation 'Schlappoldhöfle' montiert. Nach einer Tankpause folgte der zweite Akt des außergewöhnlichen Schauspiels: Das Aufstellen der Stützen im Abschnitt oberhalb vom 'Schlappoldhöfle', das ebenfalls von vielen Augenzeugen aus nächster Nähe miterlebt wurde.

Als die unteren Teile der Stützen zusammengefügt waren, zogen die oben auf den Masten am Seil hängenden Monteure die riesigen Räderwerks-Vorrichtungen zu sich herab, um sie mit der Stützsäule zu verschrauben. Nach zwei Stunden hatten der Helikopter und die Monteure ihren riskanten Job ohne Zwischenfälle erledigt. Die 2,8 Kilometer lange Einseilumlaufbahn 'Fellhorn II' soll pünktlich zum Winterstart in Betrieb gehen.

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