Füssen / Ostallgäu
Milchpreisverfall treibt Landwirte auf die Straße

Wenn Engelbert Vogler sich mit seinen Kollegen trifft, folgt meist ein Trauermarsch. Auch gestern Morgen zog der Vorsitzende des Bundes Deutscher Milchviehalter (BDM) im Ostallgäu wieder los - parallel zum Protest der Milchbauern bei der Agrarministerkonferenz in Luxemburg. Mit Kuhglockengeläute und Bannern machten sich rund 60 Landwirte vom Bootshafen am Festspielhaus Füssen über die Augsburger Straße auf zur Fußgängerzone.

Eigentlich sollte der Marsch auch in den Klosterhof führen. «Wir wollten die Unterstützung vom Bürgermeister einholen», sagt Vogler. Schließlich würden die Bauern gerade in einer Gegend wie Füssen mit ihrer Landschaftspflege einen wichtigen Teil für den Tourismus tragen. Aber Paul Iacob war zur selben Zeit bei einem auswärtigen Termin. «Wir kommen dann halt ein zweites Mal», meinte Vogler. Moralische Unterstützung bekam der Zug indes von Passanten: «Jeder der arbeitet, sollte davon auch leben können», sprach etwa Ingeborg Ginter den Landwirten zu. Die Füssenerin achtet darauf, «keine billigen Milchprodukte» zu kaufen.

Dass wenige Milchprodukte auch teurer angeboten werden, spüren die Landwirte derzeit nicht: Landwirt Ulrich Schick beschrieb der Menschentraube am Stadtbrunnen das Leid seine Zunft so, als wären die Bauernhöfe Tankstellen, bei denen die Milchabnehmer «zahlen, was man gerade meint.» In seiner Rede kritisierte der Halblecher vor allem die schlechten Rahmenbedingungen im Milchmarkt. Politik und Industrie sorgten für immer weniger Einfluss der Milcherzeuger.

Kreisvorsitzender Vogler gab sich mit dem Protestmarsch insgesamt zufrieden - auch wenn die Menschtraube am Stadtbrunnen fast ausschließlich aus Landwirten bestand. «Durch Gespräche mit Passanten weiß ich, dass wir deren volle Unterstützung haben.»

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