Maria-Thann / Westallgäu
Milchbauern wollen sich selbst helfen

«Mir helfet uns sell»- auf diesen kurzen Nenner hat der Kreisvorsitzende Armin Eugler das neue Konzept des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) gebracht. Mit freiwilligen Mengenstilllegungen soll der Markt entlastet werden, damit sich der Milchpreis erholt.

Die Milchproduktion in der EU steigt, die Nachfrage sinkt und die Erzeugerpreise sind am Boden. So sieht die derzeitige Situation aus, die die Milchbauern um ihre Existenz fürchten lässt. Knapp 40 BDM-Ortsvertreter aus dem Landkreis Lindau waren deshalb ganz Ohr, als Eugler im Bürgerstüble in Maria-Thann vorstellte, was sich genau «Freiwillig verbindliche Mengenstillegung gegen Vergütung» (FMS) nennt und den Milchpreis wieder nach oben bringen soll.

Das Konzept sieht vor, dass die Molkereien den Milchbauern für die Stilllegungen eine Vergütung zahlen und die Politik für die gesetzlichen Rahmenbedingungen sorgt (darunter die Beschränkung der Saldierung, also die Verrechnung mit Mehrlieferungen). Geld vom Staat brauche es bei dieser Lösung nicht, hob Eugler die Vorzüge hervor. Um der Aktion bei Molkereiwirtschaft und Politik den nötigen Nachdruck zu verleihen, sollten möglichst viele Bauern mitmachen.

Und die Zeit läuft ebenfalls. Bis 30. September sollen die bereitliegenden Formulare ausgefüllt sein, in denen die Landwirte ihre Bereitschaft erklären, die Liefermengen um fünf bis zehn Prozent zurückzufahren. Erst wenn sich Molkereien und Politik durch ihre Unterschrift bereit erklärt hätten, an der Marktentlastung mitzuwirken, würden die Namen der teilnehmenden Milcherzeuger bekannt gegeben, erläuterte Eugler das Vorgehen, das den Bauern die Angst vor Repressalien der Molkereiwirtschaft nehmen soll.

«Nicht der Preis bestimmt die Menge, sondern die Menge den Preis», machte der Kreisvorsitzende nochmals die Position des BDM deutlich, der Mengenbegrenzungen für unabdingbar hält.

Die EU schaffe aber die Quotierung ab und ziehe verstaubte Marktstützungsmaßnahmen wie Exporterstattung und Interventionskäufe raus, die schon in den 80er Jahren nicht funktionierten und horrende Summen kosten.

«Unser größter Trumpf ist: die Politik hat kein Geld mehr», hofft Eugler deshalb auf die Verwirklichung des FMS-Konzepts. Und Richard Hagen aus Schlachters meinte: «Bis zur Wahl muss was auf dem Tisch sein.» Und wie fährt ein Milchbauer seine Produktion zurück? «Indem er schlachtreife Tiere nicht ersetzt», erklärt Eugler.

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