Ostallgäu
Milchbauern fordern Solidarität

«Wir sind mit unserem Hof finanziell am Ende», sagt Gertrud Vogg und ihr Gesichtsausdruck spricht Bände. Zusammen mit etwa 50 anderen Milchbauern aus dem gesamten Landkreis hat sich die Landwirtin aus Linden bei Stöttwang hier vor dem Landratsamt Ostallgäu zusammengefunden, um Landrat Johann Fleschhut eine Resolution mit Forderungen zu überreichen, die angesichts des immer weiter fallenden Milchpreises das Überleben der Zunft sichern sollen. Auch den anderen Anwesenden Bauern steht die blanke Existenzangst ins Gesicht geschrieben. «Seit etwa zehn Tagen schütten wir unsere Milch in die Güllegrube, weil sie ohnehin nichts wert ist. Wenn nicht sofort was passiert, können wir zusperren», meint Vogg, die mit ihrem Mann einen Hof mit 30 Kühen bewirtschaftet.

Aufgerufen zur Aktion hatte der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM), gekommen sind die Bauern aber organisationsübergreifend, versichert Vogg. «Wir wollen klarmachen, dass gerade eine Katastrophe geschieht», meint Vogg kurz bevor sie dem Landrat die Resolution vorträgt.

Darin fordern die Ostallgäuer Milchbauern von Fleschhut, sich den Zielen des BDM anzuschließen. Oberstes Ziel sind sofortige absatzfördernde Maßnahmen. Zudem solle eine «Faironika» öffentlichkeitswirksam platziert werden und die Forderung nach einer umgehenden Milchmarktregulierung an andere Politiker weitergegeben werden. «Milch ist inzwischen nicht mehr wert als Wasser, das kann nicht sein. Unterstützen Sie unseren Kampf», forderte BDM-Kreisvorsitzender Engelbert Vogler den Landrat direkt auf. Wenn die Bauern sterben würden, wäre nicht nur die Kulturlandschaft Ostallgäu in Gefahr, auch viele weitere Arbeitsplätze im Landkreis.

«Das Thema muss in die Köpfe der Bürger kommen»

Fleschhut versicherte den Milchbauern seine Unterstützung und Solidarität: «Die Landwirtschaft ist für unsere Region existenziell wichtig.» Er habe daher auch Verständnis für den Frust und die Aktionen der Bauern. Allerdings seien die politischen Mittel auf Landkreisebene beschränkt. Er sei aber bereit, die Bauern bei Aktionen zu unterstützen. «Die Herbstmilchwochen sind nur ein Anfang.» Man müsse das Thema in die Köpfe der Bürger bekommen, meinte Fleschhut, der die Milchbauern zu einem runden Tisch zur Ideensammlung einlud.

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