Obergünzburg
Milchbauern fahren die Krallen aus

Das letzte Bild auf der großen Leinwand im Obergünzburger Festzelt spricht für sich: Schüchtern schaut ein Kätzchen in den Spiegel - und zurück blickt ein stattlicher Löwe. «Selbstbewusst sein» steht in großen Lettern daneben. Und das müssen die Milchbauern zur Zeit auch, denn es geht um ihre Existenz: Wenn die Erzeugerpreise für Milch weiter auf derart niedrigem Niveau bleiben, daran zweifelt keiner der gut 1200 Landwirte im Zelt, müssen viele ihre Höfe zusperren. Mit dem «Milchboard», das hatte jeder der fünf Referenten bei der Podiumsdiskusison zuvor betont, könnte man das verhindern. Doch für den Sprung vom braven Lieferkätzchen zum starken Verkaufs-Löwen müssen die Bauern vor allem eines: zusammenhalten.

Denn noch haben sich dem vor zwei Jahren in Obergünzburg gegründeten und deutschlandweit agierenden Milchboard zu wenige Betriebe angeschlossen, um faire Erzeugerpreise durchzusetzen. «Aber wenn jedes unserer 26000 Mitglieder ein Neues dazu gewinnt, dann sind wir in der richtigen Position», betont Ludwig Soeken, der stellvertretende Milchboard-Vorsitzende.

Doch die Milcherzeugergemeinschaft hat viele Feinde - nicht nur in Form großer Nahrungsmittelkonzerne und den Liberalisierungsbemühungen der EU, sondern auch bei (Bauern-)Verbänden. Dass Milchboard-Chef Johannes Bayrhof die Rolle des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in Sachen Milchpreisdebatte mehr als kritisch sieht, überraschte deshalb nicht. Die Absage der eingeladenen Podiumsgäste des DBV allerdings schon.

Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM), war dagegen anwesend und sprach sich für eine «marktwirksame Bündelung der Milchmenge» und gegen eine komplette Liberalisierung des Agrarmarktes aus. Rechtsanwalt Oliver Schniewind beruhigte die Landwirte in rechtlicher Hinsicht: «Das Milchboard ist legal und handlungsfähig». Die Bündelung der deutschen Milchbauern im Milchboard sei durch das Marktstrukturgesetz abgesichert.

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