Senat
Mewo-Kunsthalle in Memmingen auf dem Prüfstand

'Zeitgemäßer und publikumswirksamer als bisher' – so sollten laut SPD-Stadtrat Thomas Kästle künftige Ausstellungen in der Mewo-Kunsthalle gestaltet werden. Allerdings wurde über seinen entsprechenden Antrag in der jüngsten Sitzung des Memminger Kultursenats noch nicht beraten.

Denn zuvor wollte sich die Mehrheit der Ausschuss-Mitglieder ein Bild von der Situation der Kunsthalle machen, die im November 2005 ihre Pforten öffnete. So ließ Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer die fast sechsjährige Geschichte des Hauses kurz Revue passieren und zog am Ende ein positives Fazit. So sei er etwa mit den Besucherzahlen sehr zufrieden.

Hintergrund des Kästle-Antrags ist die im April anstehende Neubesetzung der Stelle des Kunsthallenchefs, die seit der Eröffnung Professor Dr. Joseph Kiermeier-Debre innehat. Der Kurator geht Ende September in den Ruhestand. Bis April wird übergangsweise Dr. Fritz Franz Vogel die Leitung der Kunsthalle in die Hand nehmen. Wie Kästle gegenüber der MZ betont, soll sein Antrag keine Kritik an Kiermeier-Debre sein: 'Seine Arbeit ist zweifellos kunstwissenschaftlich sehr fundiert.'

Dennoch ist der SPD-Mann der Meinung, dass zumindest einmal im Jahr eine nicht selbst kreierte, sondern eine 'eingekaufte' Ausstellung eines international bekannten Künstlers gezeigt werden sollte, die auf populäre Weise viele Menschen anlocken könnte. Als Beispiel nennt er eine erfolgreiche Dali-Ausstellung in Ochsenhausen.

'Konzepte waren nie beliebig'

Indes machte Kulturamtsleiter Bayer vor den Senatsmitgliedern deutlich, dass man in der Kunsthalle bislang bewusst auf derartige Ausstellungen verzichtet hat, die lediglich mit einem bekannten Namen aufwarten. 'Unsere Konzepte waren nie beliebig und immer auf das Haus abgestimmt', sagte Bayer und unterstrich: 'Wanderausstellungen haben oftmals eine langweilige Konzeption, da sie ja in jedem Haus Platz finden müssen.'

Dagegen sei es in Memmingen mit selbst entworfenen, abwechslungsreichen Präsentationen von ausgewählten Kunstwerken gelungen, der Mewo-Kunsthalle eine 'ureigene Bedeutung' weit über die Stadtgrenzen hinaus zu verschaffen. Als Belege nannte er zahlreiche Presse- und Fernsehbeiträge.

Zudem würden rund 50 Prozent der Besucher nicht aus der Region Memmingen/Unterallgäu stammen. Seit der Eröffnung haben sich nach Bayers Worten rund 50 800 Menschen die bisherigen zwölf Ausstellungen angesehen. Darüber hinaus haben von diesen etwa 5200 auch die verschiedenen musikalisch-literarischen Soireen besucht.

Dies alles zeuge von einer sehr erfolgreichen Arbeit des Kurators Kiermeier-Debre, der mit einem im Vergleich zu anderen Häusern kleinen Mitarbeiter-Team und einem Ausstellungsetat von 45 000 Euro im Jahr auskommen musste.

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