Altusried
Metzgerei-Gebäude wird abgerissen

Einstimmig hat der Gemeinderat Altusried in nicht öffentlicher Sitzung den Beschluss gefasst, das Anwesen Hauptstraße 12 mit Metzgerei bis spätestens Anfang März nächsten Jahres abzubrechen. Der Grund für diese Entscheidung: Die notwendigen Sanierungskosten für den Erhalt des Gebäudes, das nach einem Brand vor zweieinhalb Jahren schwer beschädigt wurde, wären zu hoch.

Die Marktgemeinderäte bedauerten, dass die Metzgerei im Ortskern verloren gehe. Ein Erhalt des Gebäudes sei aber aus finanziellen Gründen nicht tragbar, die Kosten wurden auf weit mehr als 10000 Euro bei gleichzeitigem Teilabbruch geschätzt.

Schon seit einigen Jahren steht das Anwesen in der Hauptstraße 12 mit Metzgerei zum Verkauf. Daran interessiert, so Bürgermeister Heribert Kammel, war auch der Markt Altusried, weil das Grundstück direkt an gemeindliche Grundstücke angrenzt.

Doch zu einem Kauf kam es bis Mitte 2008 nicht, da der Gemeinderat die Preisvorstellung des Eigentümers nicht akzeptierte. Vor zweieinhalb Jahren brannte das Gebäude halb ab. Der Dachstuhl wurde schwer beschädigt, Wohnungen im Obergeschoss waren nicht mehr bewohnbar. Lediglich das Ladengeschäft der Metzgerei konnte, mit gewissen Einschränkungen, weitergeführt werden.

Da der Pächter aus baulichen Gründen die Pacht minderte, wurde schließlich das Pachtverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst.

Zwischenzeitlich wurden die Verkaufsverhandlungen wieder intensiviert. Der Gemeinderat stimmte schließlich im Juli 2008 einstimmig dem Kauf des Anwesens zu, weil ein annehmbarer Kaufpreis ausgehandelt werden konnte. Auch wurde sichergestellt, dass die Brandversicherung sich an den Abbruchkosten beteiligt. Darüber hinaus sollte ein Spekulationskauf verhindert werden, der jegliche Entwicklung des Ortskerns unmöglich machen könnte.

Mittlerweile läuft zwischen der Gemeinde und dem Pächter ein Rechtsstreit über die zu zahlende Pacht. Die monatlichen Kosten für die nach wie vor notwendige Dachabdeckung mit Planen belaufen sich auf rund 350 Euro. Der Gemeinderat hatte in einer vorhergegangenen Sitzung die Verwaltung beauftragt, über eine Weiterverpachtung mit Interessenten zu verhandeln. Grundsätzlich bestand von deren Seite zwar Interesse, die Sanierungskosten waren dem Gemeinderat aber zu hoch.

Das Thema wurde unter Aussschluss der Öffentlichkeit diskutiert wegen des Rechtstreits mit dem Pächter und zum Schutz der Interessenten, deren Einschätzungen zum Pachtobjekt dem Gemeinderat dargelegt wurden.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ