Kempten
Menschen, Ideen und Visionen

Als Paradies für Mächler und andere kreative Menschen gilt das Kempodium - das passende Umfeld dafür, Pioniere der Region zu küren. Ethelbert Babl, Vorsitzender des Kempodium-Vereins und Ingrid Reinecke (Stiftungsgemeinschaft Anstiftung und Ertomis) ließen die vier Persönlichkeiten erzählen, und die rund 100 Zuhörer bekamen eher Außergewöhnliches zu hören.

In den 1980-er Jahren sei er als «Öko-Schmuddelkind» gehandelt worden. «Heute sind meine Mitstreiter und ich absolut gesellschaftsfähig», freut sich Nebenerwerbslandwirt Ernst Wirthensohn aus Buchenberg nicht ohne Stolz.

Die Erfolgsstory habe begonnen, als die Lebensmittelkette Feneberg mit der Marke «Von hier» in den auch vom ihm angeschobenen Öko-Landbau eingestiegen sei - mit heute 600 Vertragslandwirten. 13000 regelmäßige Von-hier-Kunden habe früher niemand für möglich gehalten. Zu den Erfolgserlebnissen darf Wirthensohn auch seine Gründung des Maschinenrings Oberallgäu zählen. Ihm würden heute mindestens 80 Prozent der Landwirte angehören.

Walter Grath ist ein Kind der Natur, fuhr die ganze Schulzeit im Winter mit den Skiern zu Schule, weil seine Eltern eine Pension hoch über Steibis betrieben. Beispiele in Südtirol und Österreich brachten den Oberstaufener Bürgermeister (seit 1984) auf die Idee, den grenzüberschreitenden «Naturpark Nagelfluhkette» mit sechs Westallgäuer und acht Bregenzerwälder Kommunen voranzutreiben. 2008 war Eröffnung.«Schützen und naturverträglich nützen» ist Graths Motto, und weil er die Beteiligten früh ins Boot holte, gab es keine großen Stolpersteine. Gemeinsame Projekte er-neuerbarer Energie, regionale Produkt-Vermarktung, Ausbau des Wander- und Radwegenetzes auf beiden Seiten, Natur-Erlebnispädagogik und vieles mehr zählt Grath zu den Pluspunkten des Naturparks.

Natascha Glasow, selber allein erziehend, hat vor 16 Jahren bei Wertach in einer 600 Jahre alten Mühle einen Ferienhof für Alleinerziehende etabliert. Ihr attraktives Programm für Kinder und Erwachsene (darunter bereits ein Drittel Männer) reicht von Wandern, Singen, Basteln bis hin zu Ausflügen, Lagerfeuerfesten sowie Kabarett- und Konzertabenden. Mit Erfolg: Die 35 Betten reichen nur noch für ein Drittel der Anfragen. Reich werde sie dabei nicht, sagt die Sozialarbei-terin und Landwirtschaftsmeisterin trotz ihrer 60-Stunden-Woche.

Mathilde Widmer ist eine Frau, die gewöhnlich ihre Dinge und Anliegen selbst in die Hand nimmt. Beispielsweise wollte sie in der musischen Förderung der Kinder nicht nur nach Staat und Schule rufen.

Musikförderverein gegründet

Die Heilpraktikerin gründete den Musikgruppenförderverein Oy-Mittelberg. Momentan werden die Musikgruppen mit Harfe, Hackbrett, Geige sowie einer kleiner Bandbesetzung bis hin zur Blockflötengruppe (alle gaben im Kempodium ein viel beklatschtes Stelldichein) von Widmer-Tochter Franziska und Monika Kratzert betreut, doch durch Fördergelder soll ein weiterer Musiklehrer engagiert werden. Denn Musik könne auch die «soziale Intelligenz» fördern, so die Fördervereins-Chefin.

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