'Tausend helfende Hände'
Memminger und Unterallgäuer errichten Werkstattgebäude in Slowenien

'Dieses Projekt sprengt alle Grenzen, es übertrifft jede normale Wohltätigkeitsaktion'. Das sagte der in Slowenien akkreditierte deutsche Botschafter Werner Burkhart in der kleinen Ortschaft Zbilje, unweit von Ljubljana.

Gemeint war das Memminger Projekt "Tausend helfende Hände". In dessen Rahmen wurde jetzt ein Werkstattgebäude an die geistig behinderten Mitglieder der Wohn- und Lebensgemeinschaft "Arche" übergeben.

Aus dem Traum einer kleinen Gruppe entstand ein Netzwerk der Memminger Kirchengemeinde St. Josef, einer slowenischen Behindertengemeinschaft und der Firma Bau-Fritz aus Erkheim.

Zum Rahmenprogramm des zweitägigen Eröffnungsfestes, bei dem Erzbischof Alois Uran den Neubau segnete, gehörten auch Veranstaltungen an der Universität und in der Handelskammer. Geschäftsführer Helmut Holl (Bau-Fritz) diskutierte mit 40 Studenten der neuen Fakultät 'Business und Management' über Soziale Marktwirtschaft.

Landtagsabgeordneter Josef Miller war einer der Referenten, die sich mit 80 führenden Wirtschaftsvertretern mit dem Thema 'Alternativen zum Neokapitalismus' beschäftigten. Unter den Teilnehmern befand sich auch der Vizegouverneur der slowenischen Nationalbank.

In allen Grußworten beim Festakt wurde das 'großartige Werk' gewürdigt, das ohne öffentliche Gelder, nur mit privaten und Firmenspenden, vor allem aber mit freiwilligem Arbeitseinsatz bewältigt worden sei.

Mehr als 100 Mitarbeiter des Erkheimer Unternehmens und aus Partnerbetrieben waren in ihrem Urlaub und in ihrer Freizeit in 1871 unbezahlten Arbeitsstunden und an 95 Urlaubstagen am Bau der Werkstatt beteiligt.

Nach Planung, Koordination und Produktion wurden die Fertigteile nach einem ausgetüftelten Logistikplan nach Slowenien transportiert und dort von einem Allgäuer Freiwilligen-Bautrupp aufgebaut. Ein Rentnerehepaar aus der beteiligten Kirchengemeinde pendelte 15-mal zwischen Memmingen und Slowenien hin und her, um die Monteure zu betreuen und zu bekochen.

Im Obergeschoss des neuen Werkstattgebäudes befindet sich ein Gebetsraum, der für das steht, was die Arche-Gemeinschaft prägt: der Glaube.

An einem fröhlichen Beisammensein nahm auch der englische Botschafter Andrew Page teil. Er wolle seiner Königin vorschlagen, junge Menschen zu motivieren, Gemeinschaften wie die 'Arche' kennenzulernen, sagte er. Mit dabei war auch Pfarrer Siegbert Schindele, der das Projekt bis zu seiner Übersiedlung nach Murnau tatkräftig unterstützt hatte.

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