Haushalt
Memminger Stadtteil-Referenten fordern mehr Geld für Ortsteile

Massive Kritik am Haushaltsentwurf üben die Memminger Stadtteil-Referenten: In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister beklagen sie eine «krasse Ungleichbehandlung» und fordern, dass mehr Geld in die Ortsteile fließt.

Es handelt sich dabei um einen parteiübergreifenden Protest. Die Stadtteil-Referenten kommen von CSU, SPD, CRB und Freien Wählern. Oberbürgermeister Dr.Ivo Holzinger betont dagegen, dass es im Haushalt keinen Spielraum mehr gebe.

Die Verfasser des offenen Briefes begrüßen zwar die grundsätzliche Linie, möglichst sparsam zu sein. Doch der Haushalt weise auch Mängel auf, monieren die Referenten Wolfgang Courage (Amendingen), Manfred Dunkenberger (Buxach), Helmut Barth (Dickenreishausen), Karl Standhartinger (Eisenburg), Gerhard Neukamm (Steinheim) und Wolfgang Nieder (Volkratshofen): «Investiert wird im Wesentlichen in der Zentralstadt, Stadtteile bleiben nahezu komplett unberücksichtigt.»

Da in den Ortsteilen mehr als 25 Prozent der Memminger Bürger lebten, sei es angemessen, dass auch dort Stadtentwicklung in entsprechendem Umfang stattfindet, so die Referenten. Man wolle jetzt aber keine Einzelmaßnahmen fordern, heißt es in dem offenen Brief. «Wir halten es für vorteilhafter, der Verwaltung die Chance einzuräumen, geeignete Investitionsmaßnahmen für einen oder mehrere Stadtteile vorzuschlagen.

» Dafür gebe es «ausreichend Möglichkeiten». Der Haushaltsentwurf müsse nochmals überarbeitet werden.

Unterdessen hat die Memminger CSU-Stadtratsfraktion gefordert, 75000 Euro für den Bau einer Tribüne am Amendinger Sportplatz in den Haushalt einzustellen. «Wir verweisen dazu auf unseren bis heute nicht behandelten Antrag vom 8.10.2010», steht in einem Schreiben an den Oberbürgermeister. Die Christsozialen erwähnen, dass sich die Eigenmittel des Amendinger Sportvereins «durch die großzügige Spende eines Memminger Kreditinstituts deutlich gesteigert» hätten. Wie berichtet, hat der Verein 40000 Euro von der Sparkasse bekommen.

Die Christsozialen fordern unter anderem auch, 50000 Euro für die Vorplanung einer Feuerwache Nord in den Etat aufzunehmen. Die CSU erwähnt in diesem Zusammenhang die «beengten Zustände», die derzeit im Amendinger Feuerwehrhaus herrschten. Daneben sei in die Planungen «auch der künftige Bedarf der Freiwilligen Feuerwehren in Memmingen und Steinheim einzubeziehen». Zudem sprechen sich die Christsozialen dafür aus, Planungskosten in Höhe von 50000 Euro für die Erweiterung der Volkratshofener Sporthalle in den Haushalt einzustellen.

Holzinger: Bin verwundert

Er sei verwundert über die Forderungen, die nun erhoben würden, so Oberbürgermeister Dr.Ivo Holzinger. Denn alle Investitionen, die über den Etatentwurf hinausgingen, würden den Neubau der städtischen Realschule gefährden. Es sei auch nicht möglich, wie von der CSU vorgeschlagen, Bauvorhaben beim Landestheater Schwaben ins nächste Jahr zu schieben und so Kosten zu sparen: «Hier sind die Dinge bereits am Laufen.» (hku)

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019