Memmingen
«Memmingen ein Stück grüner machen»

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Im kleinen Kreis haben die Memminger Bündnis-Grünen jetzt ihre Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl am 4. Juli nominiert: Neun von zehn Stimmberechtigten votierten für die einzige Kandidatin des Abends - für die 43-jährige Annette Neulist aus Neu-Ulm.

Bei der ansonsten ruhig verlaufenden Versammlung im Seminarraum des Kolbe-Hauses herrschte kurzzeitig etwas Irritation unter den Teilnehmern. So stand die Frage im Raum, ob bei der Nominierung alle Formalitäten korrekt eingehalten wurden. Die Versammlung beschloss etwa, dass zwei sogenannte Sympathisantinnen, die keine Mitglieder der Grünen sind, bei der Wahl der Kandidatin mit abstimmen dürfen. Ob dies zulässig ist und auch sonst alles korrekt ablief, kann das Wahlamt nach eigener Aussage erst bewerten, wenn die Grünen die entsprechenden Unterlagen einreichen. Das wollen sie laut Kreissprecher Wolfgang Weiss noch im Laufe dieser Woche erledigen.

Vor ihrer Nominierung räumte Neulist ein, dass sie wohl wenig Chancen habe, die OB-Wahl zu gewinnen. Dennoch trete sie an, «damit unsere Politik wahrnehmbar ist». Mithilfe ihrer Mitstreiter wolle sie «ein gutes Ergebnis erzielen und Memmingen ein Stück grüner machen.»

Nachdem sich die Kandidatin vorgestellt hatte (siehe Infokasten), stand sie den Versammlungsteilnehmern Rede und Antwort. Dabei war zu erfahren, dass die Grünen in Neu-Ulm den Anstoß dafür gegeben hätten, dass die Stadt für ihre öffentlichen Gebäude ausschließlich «Ökostrom» beziehe. Das könnte sich Neulist auch in Memmingen vorstellen.

Auf die Frage von Stadtrat Herbert Diefenthaler, was sie davon halte, dass OB Dr. Ivo Holzinger im Aufsichtsrat der Lechwerke und der Memminger Wohnungsbau-Genossenschaft sitze, antwortete Neulist: «Ich stehe solchen Verpflichtungen kritisch gegenüber. Ein OB muss möglichst unabhängig sein.»

«Ökologische Mustersiedlung»

Darüber hinaus betonte die Kandidatin ebenso wie Kreissprecher Weiss, dass eine «ökologische Mustersiedlung» mit Passivhäusern und alternativer Energieversorgung der Stadt Memmingen gut zu Gesicht stehen würde. In diesem Zusammenhang regte Neulist an, dass man Bauherrn generell die Firstrichtung vorschreiben sollte, sodass die Dächer jederzeit mit Solaranlagen bestückt werden könnten.

Mit Blick auf eine ebenfalls von Weiss angeschnittene Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs sprach sich die 43-Jährige, die in Neu-Ulm unter anderem im Verkehrsausschuss sitzt, dafür aus, Experten zu Rate zu ziehen, «die gute Ideen rein bringen».

INFOKASTEN

Zur Person

Die 43-jährige Annette Neulist ist gebürtige Saarländerin. Die Mutter von vier Kindern ist Mitglied des Neu-Ulmer Stadtrats und des Kreistags. Zudem ist sie Kreissprecherin der Neu-Ulmer Grünen.

Annette Neulist ist ausgebildete Krankenschwester und studiert derzeit Informationsmanagement im Gesundheitswesen.

Bei der Oberbürgermeisterwahl vor zwei Jahren in Neu-Ulm trat Neulist gegen Amtsinhaber Gerold Noerenberg (CSU) an und holte 15,8 Prozent der Stimmen.

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