Mehrwert für Flora, Fauna und Mensch

Kaufbeuren | fro | Das Los der einst wild mäandernden Flüsse ist traurig. Um die Natur zu bändigen, wurden die Fließgewässer begradigt oder einbetoniert. Die sich immer mehr abzeichnenden negativen Folgen sind Hochwasser, Artensterben, Flächenversiegelung und sinkender Freizeitwert der Flüsse, kritisiert die Fischfachberatung des Bezirks. Das Wasserwirtschaftsamt Kempten legt demnächst ein Konzept für die Wertach vor, das Abhilfe bringen könnte.

Wie ein Naherholungsgebiet

Zwar gelte das Konzept für die gesamte Wertach, sagt Heribert Schaller, Leiter der städtischen Umweltabteilung. Doch könne sich dadurch auch im Stadtgebiet einiges für den Fluss und damit auch für Flora und Fauna sowie für den Menschen ändern. Für Stadtbewohner könne die Wertach künftig verstärkt als Naherholungsgebiet attraktiv werden. 'Wo Flächen zur Verfügung stehen und keine Hochwassergefahr besteht, kann die Erlebbarkeit des Flusses durch Wasserspiel- und Liegeplätze oder neue Fuß- und Radwege entlang der Wertach gesteigert werden', so Schaller. Die Flora könne durch neue Auenwälder, die der Fluss überflutet, erweitert werden.

Dabei müsse jedoch abgewogen werden zwischen bestehenden Wäldern und neuen Auen, ergänzt Baureferatsleiter Ralf Baur. Dennoch könne so das Ökokonto der Stadt aufgebessert werden. In Auenwälder seien zudem ureigene Populationen von Amphibien, Insekten oder Vögeln zu erhalten.

Der Fluss selbst kann am Ufer erweitert werden, wodurch mehr Kiesflächen entstünden. Diese würden durch die Wertach abgetragen, was ein Geschiebe im Flussbett hervorrufe, das dessen Vertiefung stoppt - wodurch sich wiederum die Fließgeschwindigkeit verringert. Daraus ergäben sich auch für Fische Vorteile: 'Die brauchen Kies, um laichen zu können. So entsteht auch wieder eine natürliche Population', erklärt Schaller. Zur Strukturverbesserung des Flusses könnten auch die Erhöhung der Restwassermenge und eine erweiterte Durchgängigkeit gehören. Beispielhaft dafür sei die Fischtreppe im Kaufbeurer Norden, die 2006 von den Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerken angelegt wurde.

Aktionstag Anfang Juni

Das alles seien denkbare Möglichkeiten, betonen Baur und Schaller. Einen 'reduzierten' Überblick zu den Maßnahmen an dem Fluss will das Wasserwirtschaftsamt während des Aktionstages am 1. Juni vorstellen, der im Rahmen der Klimawoche am Bärensee stattfindet. Details zum Konzept wird das Wasserwirtschaftsamt am 3. Juni dem Kaufbeurer Stadtrat vortragen.

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