Gefesselt, geknebelt und ausgeraubt
Mehrtägiger Mord-Prozess: Mann (29) in Kempten vor Gericht

Ein 29-Jähriger musste sich am Montag vor dem Landgericht Kempten verantworten.
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Vor dem Landgericht Kempten muss sich seit Montag ein 29-jähriger Mann verantworten. Er wird beschuldigt, in Kaufbeuren einen schwerkranken, erblindeten 50-Jährigen gefesselt und geknebelt zu haben, um ihn zu berauben. Der Geschädigte erstickte schließlich. Die Anklage lautet: "Gemeinschaftlicher Mord in Tateinheit mit schwerem Raub mit Todesfolge".

Vermeintlicher Mittäter begeht Suizid

Ungeklärt ist die Rolle eines Mittäters. Laut dem Angeklagten hat dieser Mittäter das Vorgehen im März organisiert. Am 6. August dieses Jahres hat sich der Mann im Gefängnis das Leben genommen. Er soll zuvor deutlich gemacht haben, dass nicht er, sondern der Angeklagte der Mörder des Geschädigten sei.

Mann soll Opfer gefesselt, geknebelt und ausraubt haben

An dem Abend im März dieses Jahres sollte der Angeklagte als "potentieller Sexpartner" in die Wohnung des 50-Jährigen gelangen, um ihn dort zu fesseln, zu knebeln und auszurauben. Der Angeklagte bestreitet allerdings, in der Wohnung gewesen zu sein. Seiner Aussage nach war es der vermeintliche Mittäter, der mit einer schwarzen Sporttasche wieder aus der Wohnung kam. In dieser Tasche befand sich Geld, wovon der Angeklagte auch etwas abbekam. Am nächsten Tag setzte der Mittäter den Notruf über eine leblose und gefesselte Person in Kaufbeuren ab.

Leiche an Knebel und Zahnprothese erstickt

Als die Polizei eintraf, lag der Geschädigte neben dem Bett auf dem Boden. Die Beine und Arme waren gefesselt. In seinem Mund befand sich ein Knebel. Durch Knebel und eine verrutschte Zahnprothese ist das Opfer erstickt.

Angeklagter sieht sich als Opfer

Vor Gericht sieht sich der Angeklagte als Opfer: "Er hat mich benutzt und ausgenutzt", betont der Angeklagte immer wieder und meint damit den vermeintlichen Mittäter, der sich umgebracht hat.

Bruder gesteht, Beute versteckt zu haben

Der Bruder des Angeklagten hatte die Beute bei sich versteckt. Das gestand der Bruder über seinen Anwalt am Anfang der Verhandlung. Am 3. Dezember soll es ein Urteil geben.

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