Waffen
Mehr Waffenkontrollen (k)ein Problem

Rund 17000 registrierte Schusswaffen gibt es in Kempten (2733) und im Oberallgäu (14018). Unangemeldete Kontrollen, ob die Waffen auch sicher verwahrt sind, gibt es hier wie dort dagegen bislang nicht.

«Durch die schwache personelle Besetzung ist eine verdachtsunabhängige Kontrolle derzeit nicht möglich,» sagt Andreas Kaenders, Pressesprecher am Landratsamt Oberallgäu. Kemptens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer will dagegen künftig solche Kontrollen, die Innenminister Joachim Herrmann im Landtag einforderte, auch durchführen. Nur wie soll das gehen, wenn in Kempten lediglich eine Sachbearbeiterin halbtags (im Oberallgäu sind statistisch gesehen 1,90 Arbeitskräfte zuständig) fürs Waffenrecht bereitsteht? «Kontrollen vor Ort finden in Abstimmung mit der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle statt oder durch andere städtische Beschäftigte,» sagt Wolfgang Klaus, Stadtdirektor im Rechts-, Ordnungs- und Umweltreferat.

  • Wie ist bislang die Praxis? Nach der Verschärfung des Waffenrechts im Juli 2009 (nach dem Amoklauf eines 17-Jährigen in Winnenden mit der Pistole seines Vaters) wurden alle Waffenbesitzer (3500 im Oberallgäu, 660 in Kempten) aufgefordert, die sichere Aufbewahrung ihrer Waffen mittels Foto (und) oder Tresorrechnung nachzuweisen. Wer der Aufforderung nicht nachkam, der wurde kontrolliert. Das war beispielsweise im Oberallgäu elfmal der Fall, zwei Waffenhaltern wurde letztendlich die waffenrechtliche Erlaubnis entzogen.
  • Wer sind die Waffenbesitzer? Die größte Gruppe sind die Jäger im Oberallgäu mit rund 6000 Schusswaffen. Die Sportschützen haben rund 4000 scharfe Waffen zu Hause. Der Rest verteilt sich auf Sammler, Erben, und Sachverständige.
  • Was sagt ein Jäger zu unangemeldeten Kontrollen? Manfred Werne, Vorsitzender des Kreisjagdverbands Kempten: «Derjenige, der nichts zu verbergen hat, kann seine Waffen und deren Unterbringung auch den Mitarbeitern vom Amt zeigen. Ich stehe dazu.»
  • Wie sind Erben mit der Verschärfung zurechtgekommen? In manchen Familien gab es wochenlange Suchaktionen nach der vererbten Flinte oder alten Pistole vom Großvater, weil keiner mehr wusste, wo sie hingekommen ist. «Manch einer hat dem Amt auch mitgeteilt, dass er die geerbte Waffe schon vor Jahren entsorgt hat. Das hat er uns dann schriftlich bestätigt,» heißt es beispielsweise aus dem Ordnungsamt der Stadt Kempten.
  • Wie viele haben aufgrund der Gesetzesverschärfung Gewehr oder Pistole abgegeben? Von Juli 2009 bis heute waren es laut Kaenders im Oberallgäu 721 Waffen. Sie wurden (wie überall in Bayern) über das Landeskriminalamt München entsorgt.

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