Mehr Urlauber - aber weniger Übernachtungen

VON HEIKO WOLF | Marktoberdorf/Ostallgäu Gut 10 000 Übernachtungen weniger als im Vorjahr verzeichnet die Stadt Marktoberdorf für 2007. Voriges Jahr übernachteten rund 60 000 Gäste in der Kreisstadt. 'Der Trend zum kürzeren Aufenthalt hält an', kommentiert Viktor Grgevcic vom städtischen Tourismusbüro die Zahlen. Andere Touristiker beobachten das Gleiche: 'Es kommen zwar ein bisschen mehr Gäste. Die bleiben aber immer kürzer', so Evi Fink vom Tourismusverein Stötten.

Urlauber, die früher eine Woche blieben, kämen nur noch für drei, vier Tage, ergänzt Grgevcic. Dass der Rückgang in der Kreisstadt so krass ausfalle, sei zum Teil der nun genaueren Statistik geschuldet: 'Die 2007er Zahlen sind exakter.' In den Vorjahren habe die Stadt eher geschätzte Zahlen veröffentlicht. Zudem trage die mangelhafte Qualität der Ausstattung von manchen Quartieren sowie die zum Teil fehlende Internet-Präsenz der 57 Privatvermieter zum Rückgang bei.

Auch appelliert Grgevcic an alle privaten Vermieter, der Stadt ihre Zahlen zu melden: Ansonsten bestehe Gefahr, dass Marktoberdorf das Prädikat 'staatlich anerkannter Erholungsort' verliere. Denn dieses setze voraus, dass die Gästeübernachtungen die Einwohnerzahl siebenfach übersteigen. Spitzenreiter mit monatlich über 1500 Übernachtungen sei nach wie vor die Musikakademie, gefolgt unter anderem vom Hotel Sepp mit seinen Geschäftsreisenden sowie dem Sulzschneider Keramikhof, so Grgevcic.

Trend zum kürzeren Urlaub

Mit jährlich knapp 40 000 Nächten machen die gewerblichen Quartiere (neun und mehr Betten) in Marktoberdorf fast zwei Drittel der 60 000 Übernachtungen aus. Zum Vergleich: Viel kleinere, aber touristisch stärker geprägte Orte im Landkreissüden (etwa Seeg oder Hopferau) kommen auf über 70 000 Übernachtungen.

In Stötten gibt es im Gegensatz zu Marktoberdorf nur neun 'gewerbliche' Betten, betont Evi Fink. Damit schlafen die Gäste, die dort 6322 Nächte zusammenbringen (2006: 7614 Übernachtungen), vor allem in privaten Quartieren (zirka 100 Betten). Mit 1200 Ankünften kamen jedoch insgesamt mehr Urlauber nach Stötten (plus 30). Die Zeiten, in denen Touristen für drei Wochen an den Auerberg kamen, seien vorbei, meint Fink: 'Wir können froh sein, wenn Leute vierzehn Tage übernachten.' Wie Grgevcic macht sie dafür den Trend verantwortlich, dass die Menschen heutzutage lieber zweimal im Jahr und dafür kürzer als früher in den Urlaub fahren.

Edmund Happ vom Verkehrsverein Wald beklagt die dort rückläufige, private Vermieterzahl. Auch für Happ war 2007 ein 'eher durchwachsenes Jahr', obgleich die Bilanz kaum schlechter sei als in den Vorjahren. 2006 verzeichnete die Gemeinde 22 537 Übernachtungen, 2007 waren es 21 567. Konstant gefragt ist laut Happ in Wald der Urlaub auf dem Bauernhof. Zudem kämen nach wie vor viele Familien mit Kindern sowie Geschäftsreisende als Gäste in den 'Berghof'. Das Gasthaus 'Post', dass ansonsten viele Busgäste nach Wald ziehe, sei zurzeit 'leider' geschlossen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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