Jahresbilanz
Mehr Straftaten in Lindenberg angezeigt

Während im Jahr 2010 in ganz Bayern die Zahl der angezeigten Straftaten zurückgegangen ist, hatte die Polizei Lindenberg etwas mehr Arbeit als im Jahr zuvor. 1269 Fälle galt es zu bearbeiten - das bedeutet eine geringe Steigerung um 0,9 Prozent und ist der zweithöchste Stand, seit die Polizeiinspektion Lindenberg 1999 in ihre jetzigen Form aufgestellt worden ist. Fast zwei Drittel aller Fälle konnten aufgeklärt werden - eine gute Quote.

Die erneute Steigerung bei den Straftaten erklärt sich Leiter Alexander Pfaff unter anderem damit, dass sich das Anzeigeverhalten der Bürger weiter verändert. Der Schritt zur Anzeige werde immer häufiger getan - und vor allem nach Schlägereien würden vermeintliche Täter oft mit einer Gegenanzeige für das vermeintliche Opfer reagieren nach dem Motto «Er hat mich aber auch geschlagen».

Froh ist Pfaff hingegen darüber, dass sich vor allem Frauen immer häufiger trauen, Fälle von häuslicher Gewalt bei der Polizei anzuzeigen. Zum klassischen Phänomen «Mann schlägt Frau» in den eigenen vier Wänden kommen aber wiederholt auch weibliche Täter hinzu, beispielsweise bei Beleidigungen, Nachstellen, Mobbing im Internet oder per SMS. Insgesamt ist die Zahl der Verstöße im Bereich häuslicher Gewalt von 15 auf 45 gestiegen.

«Fast die Hälfte davon ist allerdings auf eine einzige Person zurückzuführen», schränkt Pfaff ein.

Obwohl die Zahl der angezeigten Straftaten gestiegen ist, ist das Westallgäu immer noch als vergleichsweise sehr sicher anzusehen. Das belegt die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ), die die Anzahl der erfassten Straftaten auf 100000 Einwohner hochrechnet. Im Bereich der Polizei Lindenberg liegt diese bei genau 3000 und ist damit deutlich niedriger als für den Landkreis Lindau (4662), Schwaben (4841) und Bayern (4958).

Spitzenreiter im Westallgäu ist die Stadt Lindenberg mit 4655. Das ist wenig überraschend angesichts der städtischen Struktur mit «sozialen Brennpunkten im Kleinen», wie es Pfaff formuliert.

Weil sich in Lindenberg zudem beispielsweise alle weiterführenden Schulen, große Betriebe und das Herz des Westallgäuer Nachtlebens befinden, treffen dort viele Menschen aufeinander - und das erhöht natürlich die Wahrscheinlichkeit für Straftaten. Die KHZ der Kreisstadt Lindau liegt bei 8634. Einen «massiven Sprung» (Pfaff) verzeichnet die Jahresstatistik 2010 für Weiler-Simmerberg, von 2277 auf 3191. Gestiegen sind dort vor allem die Fälle von Körperverletzung und Straßenkriminalität.

 

Vielfach im Einsatz war die Lindenberger Polizei im vergangenen Jahr. Foto: mbe

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