Hö Fischen Hochwasser I
Mehr Sicherheit für den Ortsteil Weiler

Den Hochwasserschutz für den westlichen Ortsteil Weiler verbessern, ohne die Anlieger östlich der Bundesstraße 19 zu gefährden. Auf dieses Planspiel stimmte das Kemptener Wasserwirtschaftsamt (WWA) den Gemeinderat Fischen in seiner jüngsten Sitzung ein. Spätestens wenn die marode Brücke über die B19 saniert wird, soll auch die unter der Straße durchfließende Weiler Ach noch sicherer gegen ein Jahrhunderthochwasser werden.

Gegen so eine Katastrophe reicht der momentane Schutz bei weitem nicht aus: Statt des erforderlichen Abflusses von 111 Kubikmetern pro Sekunde verkraftet der Wildbach aktuell nur die Hälfte. Die Folgen für den Ortsteil Weiler können im Unwetterfall darum schon jetzt fatal sein. Sollte die Ach ausufern, sind im schlimmsten Fall auch das Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe, ein Bauernhof, eine Gärtnerei im Osten der B19 und die Häuser in der nördlichen Weilerstraße gefährdet.

Der übliche Ausbau für ein Jahrhunderthochwasser mit der Entschärfung von Krümmungen, der Tieferlegung der Bachsohle sowie der Anpassung und Erhöhung der Deiche würde zwar die Situation für die Bürger von Weiler verbessern. Für alle übrigen Anlieger stiege die Gefahr der Überflutung jedoch, sobald die Weiler Ach unkontrolliert über beide Deiche fließen würde.

Außerdem hätte eine solche Vari-ante die Anhebung der B 19, erhebliche Mehrkosten und Lärmbelastung zur Folge.

Die sinnvollere Lösung wäre demnach, auf das üblicherweise geforderte einen Meter hohe Freibord zu verzichten und statt einer durchgehenden Deicherhöhung auf Höhe des Verwaltungsgebäudes einen kleinen Retentionsraum für den Wildbach zu schaffen. Um das Wasser gezielt abfließen zu lassen, dürften zudem in Illernähe die Deiche nicht erhöht werden.

Eines wurde zudem in der Gemeinderatssitzung deutlich: Eine grundlegende Verbesserung brächte eine solche Verbauung nur dem Ortsteil Weiler. Die übrigen betroffenen Anlieger hätten dagegen nur die Sicherheit, dass nichts schlimmer würde als zum momentanen Stand.

Auf entsprechend besorgte Nachfragen im Gemeinderat gab der Fachmann des WWA, Karl Geiger, Entwarnung: «Nur wenn die Weiler Ach ein hundertjähriges Hochwasser führt, das dann gleichzeitig auf ein dreihundertjähriges in der Iller stößt, würde es für die Gebäude in der Weilerstraße kritisch». Dieser Fall sei aber so unwahrscheinlich, dass man von einer tatsächlichen Gefahr absehen könne.

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