Fischen
Mehr Platz für den Fluss, mehr Schutz für die Bürger

Mit den Dämmen in Fischen wird Ende Oktober der letzte Abschnitt des Großprojekts «Hochwasserschutz Obere Iller» abgeschlossen sein. «Das war ein mühsamer Weg, immer wieder kam es zu Verzögerungen. Für die Anrainer war die Belastung groß», sagt Fischens Bürgermeister Edgar Rölz.

Auf einer Länge von 5,4 Kilometern wurden die Deiche vom Alten Berg bis zum Rubisteg erhöht sowie verstärkt und mit einer innen liegenden Erosionswand versehen. Diese soll verhindern, dass der Deich im Ernstfall weggespült wird.

Begonnen hatten die Arbeiten nach dem Augusthochwasser 2005. Damals ließ sintflutartiger Regen die Iller zum reißenden Strom werden. Am Pfeiler der Eisenbahnbrücke verkeilten sich Stämme, Wurzeln und Gestein, Teile von Sonthofen und Fischen wurden überflutet.

«Die Hochwasserschutzplanungen waren zu diesem Zeitpunkt schon ausgearbeitet», erinnert sich Helmut Weis vom Wasserwirtschaftsamt Kempten. Nach dem Hochwasser wurden verschiedene Sofortmaßnahmen angegangen - bereits abgestimmt auf die anstehende Großmaßnahme. Die alten Deiche, um die Jahrhundertwende gebaut, sollten einst landwirtschaftliche Flächen schützen.

Besiedelung gab es damals kaum. Anders heute: Ausgerichtet sind die neuen Dämme auf ein 300-jähriges Hochwasser - laut Weis in Erinnerung an das Pfingsthochwasser 1999. Die Deiche mussten, je nach natürlichen Gegebenheiten, um zwei bis fünf Meter erhöht werden. Träte der Ernstfall - also das 300-jährige Hochwasser - ein, so läge der Wasserstand 1,15 Meter unter der Deichkrone.

Im Zuge der Bauarbeiten nahm das Wasserwirtschaftsamt zudem Strukturverbesserungen an der Iller vor. «Sie war ein zusammengedrückter Kanal zwischen zwei Deichen», sagt Weis. Der Deich wurde aufgeweitet, links und rechts des Flussbetts ist jetzt mehr Platz. Das begrüßt Rölz: «Es freut uns, dass das schon jetzt so schön aussieht.»

In den Jahren 2006/2007 standen zunächst die Erdbauarbeiten an, im Frühjahr 2007 folgte die Ausschreibung für die Erosionssicherung. Geplant war eigentlich der Einbau einer Stahlspundwand in den Deich. Doch spielten die Stahlpreise laut Weis verrückt. Ausschreibungsergebnis: Statt vier Millionen lagen die Kosten bei acht Millionen Euro.

Es wurde umgeplant, laut Weis ging eine komplette Bausaison verloren. Im März 2008 schließlich konnten die modifizierten Arbeiten beginnen: Das Erdreich wird mit Zement angereichert, dadurch entsteht eine Betonwand, zusätzlich ergänzt durch Eisenträger.

Bis Ende Oktober sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. «Für Fischen konnte damit die Hochwassergefahr gemindert werden», sagt Weis. Nach wie vor stellt jedoch die Eisenbahnbrücke ein Problem dar - darauf verweist auch Gemeindechef Rölz: «Ruhig schlafen können wir erst, wenn die neue Illerbrücke da ist.» Die Pfeiler des bestehenden Bauwerks liegen elf Meter auseinander. «Grob sagt man: Alles was unter 20 Meter Öffnungsweite liegt, ist schlecht», sagt Weis. Doch ist Bewegung in die Verhandlungen mit der Bahn gekommen: Im Sommer 2011 soll eine Brücke ohne Pfeiler gebaut werden.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen