Mehr Müll in den Abfalltonnen

Marktoberdorf/Ostallgäu (vit). 2006 landete erstmals seit Jahren wieder mehr Restmüll in den Ostallgäuer Abfalltonnen. Trotz dieses auch bayernweit festzustellenden Trends, so der Abfallwirtschaftsreferent im Landratsamt, Klaus Rosenthal, zählt das Ostallgäu weiter zu den Kreisen mit dem geringsten Müllaufkommen.

Von 16 549 auf 17 609 Tonnen (+ 6,4 Prozent) stieg das Restmüllaufkommen im Ostallgäu im vergangenen Jahr. Diese Menge setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Hausmüll (15 644 Tonnen) und Sperrmüll (1048 Tonnen) nahmen nur um 2,3 beziehungsweise 3 Prozent zu. Das Gewerbemüllaufkommen hat sich hingegen mehr als vervierfacht und lag 2006 bei 859 Tonnen. Auch beim Sondermüll gab es einen Zuwachs um ein Fünftel auf nunmehr 57 Tonnen.

Lässt man den Gewerbemüll außen vor, fällt der Anstieg also gar nicht so stark aus: Der Wert erhöhte sich von 113,6 auf 116,1 Kilogramm pro Einwohner. Nimmt man die Gesamtmenge (mit Gewerbemüll), steigt die Pro- Kopf-Menge von 122,6 auf 130,6 Kilogramm.

Als Grund für den Anstieg beim Gewerbemüll nannte Rosenthal in der Sitzung des Kreisentwicklungsausschusses eine neue Gesetzeslage. Dadurch können unbehandelte Abfälle nicht mehr über 'Billigdeponien in den neuen Bundesländern' entsorgt werden.

Der Restmüll aus dem Ostallgäu wurde zum Großteil in der Müllverbrennungsanlage Augsburg (AVA) verbrannt (11 665 Tonnen). Weitere Entsorgungswege waren das Entsorgungszentrum in Erbenschwang (1525 Tonnen) und die ZAK-Verbrennung in Kempten (2405 Tonnen). Auf der Kreisdeponie Oberostendorf wurden noch 745 Tonnen entsorgt.

Auskunft gibt die Abfallstatistik auch über die Wertstoffe. Hier gab es einen kräftigen Zuwachs von 39 747 auf 42 949 Tonnen (+ 8,1 Prozent). Zu den Wertstoffen gehörten 2006:

9887 Tonnen Papier und Pappe (+ 8 %)

38 709 Tonnen Altholz (+ 9 %)

3809 Tonnen Biomüll (- 1 %)

3388 Tonnen Altglas (+ 12,4 %)

2521 Tonnen Altmetall (- 0,1 %)

2433 Tonnen Leichtverpackungen (Grüner Sack, + 15,3 %)

1063 Tonnen Elektronikschrott (+ 23,5 %)

475 Tonnen Weißblechdosen (+ 12,8 %)

309 Tonnen Flachglas (+ 26 %)

218 Tonnen Altkleider(+7,2 %).

Auffällig ist laut Rosenthal ein Anstieg beim Altglas um 74 Tonnen, während Glas ansonsten eher rückläufig sei. 730 Tonnen mehr kamen bei Papier und Pappe zusammen. Ungewöhnlich fand Rosenthal den Anstieg beim Elektronikschrott um fast ein Viertel. Zwar wurde im vergangenen Jahr eine generelle Rücknahmepflicht für Altgeräte eingeführt, im Ostallgäu konnte man Elektrogeräte aller Art aber schon seit 1997 kostenfrei abgeben.

Außerdem stieg die Leichtverpackungsmenge um 15 Prozent. Durch die Anlieferung der Grünen Säcke verhindere man einen hohen Restmüllanteil. Die Fehlwürfe lägen im einstelligen Prozentbereich. Dies sei deutlich weniger als beim 'Gelben Sack', den andernorts 35 und 70 Prozent Restmüll füllen.

57,80 Euro pro Einwohner

Rosenthal verwies auch auf Besonderheiten in der Statistik. Seit 1990 sei die Restmüllmenge stark zurückgegangen. Die Wertstoffmenge kletterte gleichzeitig nach oben. 1990 fielen bei 120 542 Bürgern 39 686 Tonnen Restmüll und 12 405 Tonnen Wertstoffe an. 2006 waren es bei 134 726 Einwohnern nur noch 17 609 Tonnen Restmüll und 42 949 Tonnen Wertstoffe. Während also die Bevölkerung um 12 Prozent gestiegen ist, wuchs die gesamte Abfallmenge um 16 Prozent.

Angaben machte Rosenthal auch zu den Gebühren: 1994 zahlte jeder Ostallgäuer 85,27 Euro für die Müllentsorgung, aktuell liegt das Gebührenniveau nur noch bei 57,80 Euro pro Jahr. Damit wurden die Kosten für die Bürger um fast ein Drittel gesenkt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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