Forderung
Mehr Mittel für Sterbebegleitung im Kemptener Allgäu Hospiz

'Die Sterbehilfe ist eine rote Linie, die man nicht überschreiten darf.' Diese Ansicht vertrat jetzt Josef Mayr, 2. Bürgermeister von Kempten und Vorsitzender des Hospizverein, beim Besuch von Staatssekretär Dr. Gerd Müller im Allgäu Hospiz an der Madlener Straße 18. Auch der CSU-Politiker meinte, dass man stattdessen eher die würdige und schmerzfreie Sterbebegleitung sowie die staatliche Unterstützung verstärken müsse. Warum, so fragte er, müsse das Hospiz eigentlich einen Eigenanteil von zehn Prozent tragen. 'Warum kann es nicht eine 100-prozentige Abdeckung der Kosten geben?'

Müller sprach sich persönlich gegen die Freigabe der Sterbehilfe für Angehörige aus. 'Statt Sterbehilfe sollten wir die Pflege- und Hospizarbeit ausbauen und die Akzeptanz dieser Arbeit in der Gesellschaft erhöhen', meinte der Bundespolitiker 'Die Hospizarbeit muss in der Öffentlichkeit bewusster wahrgenommen werden.' Dem stimmte Dr. Barbara Zagoricnik-Wagner vom Vorstand des Hospizvereins zu.

Laut Josef Mayr, bringt die gesellschaftliche und demographische Entwicklung es mit sich, dass die Hospizarbeit in der Zukunft einen höheren Stellenwert bekommen wird. Daher wünscht sich das Allgäu Hospiz auch eine Vergrößerung von acht auf zwölf Plätze. 'Unsere derzeitige Auslastung liegt bei 86 Prozent, letzten Jahr hatten wir 90 Prozent', informierte dazu Gerda Gerlach von der Hausleitung.

Derzeit sind sieben Gäste im Haus.

Alexander Schwägerl, einer der beiden Geschäftsführer der Allgäu Hospiz gGmbH und Kreisgeschäftsführer des BRK, Kreisverband Oberallgäu, vertrat die Meinung: 'Palliative-Care muss für Heime und Ärzte weiter ausgebaut werden, sollte verpflichtend sein.' Wünschenswert wäre eine eigene ärztliche Versorgung über einen Palliativarzt. Derzeit wird jeder Gast von seinem eigenen Hausarzt behandelt.

Mit auf den Weg nach Berlin nahm MdB Müller eine Anregung von Christoph Eberle. Der Altenpfleger prangerte an, dass nach dem Tod eines Gastes grundsätzlich die Medikamente zu entsorgen seien, anstatt dass bestimmte Arzneien vorrätig blieben. 'Ohne ärztliche Order dürfen wir sowieso nichts tun', ergänzte Gerlach.

'Aber es geht möglicherweise viel Zeit verloren, wenn wir das Medikament erst besorgen müssen.' Hier will Müller ein entsprechendes Gespräch mit dem Gesundheitsminister suchen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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