Marktoberdorf
Mehr Lebensmittel ausgegeben

Donnerstags ist in der Marktoberdorfer Schützenstraße Tafel-Tag. Um 15 Uhr plaudern dort bereits an die 30 Menschen miteinander, die auf die Ausgabe der günstigen Lebensmittel von 15.30 bis 17 Uhr warten. Für den symbolischen, pauschalen Betrag von 1,50 Euro können Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger und ältere Menschen mit niedrigen Renten im «Laden» der Caritas einkaufen.

Je nachdem, ob jemand Familie habe oder allein stehend sei, bekomme er mehr oder weniger mit nach Hause, erklärt Franz Gast, Kreisgeschäftsführer der Caritas. Alle Abholer müssen sich deshalb zuerst registrieren lassen. Dazu entscheiden sich derzeit immer mehr Leute.

Gast belegt die Entwicklung mit Zahlen: «Wir führen genau Buch, wie viele Leute jeden Donnerstag kommen und für wen sie Waren holen.» Aus dieser Statistik geht hervor, dass heuer bis Anfang August 4200 Menschen mit Lebensmitteln versorgt wurden. Im Vorjahreszeitraum lag die Zahl noch bei 3480. Zur Abholung selbst kamen 1939 Tafelkunden im Vergleich zu 1587 im Jahr 2009.

Gast begründet die steigende Nachfrage zum Einen mit der Weltwirtschaftskrise, die zu höherer Arbeitslosigkeit geführt habe. Zum Anderen habe sich das Angebot der Tafel mittlerweile herumgesprochen: «Im Januar 2006 kamen 28 Leute zur Ausgabe, heute sind es in der Spitze 80.» Ältere Menschen würden sich jedoch nach wie vor nur wenige bei der Tafel anmelden. Sie hielten das für Betteln - zu Unrecht allerdings, meint Gast.

Austausch mit anderen Tafeln

Was die einzelnen Kunden Woche für Woche bekommen, variiert. Supermärkte, Metzgereien und Bäckereien stellen unter anderem Obst und Gemüse, Brot sowie Fleisch und Wurst zur Verfügung. Privatleute können ebenso Lebensmittel und Geld spenden. Heute gibt es beispielsweise Wurst- und Käseaufschnitt in Schalen abgepackt. «Das haben wir von der Füssener Tafel geholt», verrät Dietrich Stefanski.

Man tausche mit den Ostallgäuer Kollegen aus Füssen und Buchloe, wenn von einer Ware viel gekommen sei.

Stefanski tut mit weiteren neun ehrenamtlichen Kräften Dienst. Insgesamt umfasst das Team der Tafel fünf Gruppen à zehn Personen. Das Engagement danken ihnen die Menschen aus Marktoberdorf und Umgebung, die nur wenig Geld für Lebensmittel zur Verfügung haben. Sie werden sich auch nächste Woche wieder frühzeitig einfinden. Denn die Tafel ist für sie ebenso Treffpunkt. (tjb)

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