Schwangau
Mehr Farbe fürs Dorf!

«Schwoga ah-sooo!»: So donnerte es am Samstagabend beim ersten Gunglhos des Faschingsvereins Schwangau dutzendfach durchs Kurhaus. «Eines der besten, das ich bisher miterlebt habe», lobte ein Dauer-Gunglhos-Besucher das Programm, das die Besucher im rappelvollen Saal ein ums andere Mal Tränen lachen ließ.

Als Besonderheit waren beim ersten Gunglhos die Faschingspartner «Schlossfinken» aus Höchstädt bei Dillingen samt Prinzenpaar Silke und Andreas sowie Prinzengarde mit von der Partie. Nicht zu vergessen Präsidentin Roswitha Riedel, Bürgermeisterin Hildegard Wanger und die «Flying Narrows» - eine Turnergruppe, die mit artistisch-komischen Tischsprüngen begeisterte.

Beifall bis nach Mitternacht

Doch auch für die rund 20 Programmpunkte der heimischen Narren gab es bis weit nach Mitternacht viel Beifall. Gespickt mir Showeffekten waren die Darbietungen aller Tanzgruppen. Daneben gab es immer wieder Dorfneuigkeiten, Gerüchte, vermeintlich Wahres oder eigenwillige Interpretationen von Wirklichem. Die Füssener bekamen dabei ihr Fett weg (etwa durch Gespräche der Säulen des «Sieben-Stein-Brunnens»).

Schwangauer Schwächen deckten die drei Gunglhos-Weiber erbarmungslos auf: Nicht mehr in der Spinnstube hockend, sondern zeitgemäß vor dem «Destino» und seinen Farbproblemen. In einer Protestdeklamation forderten sie farbiges Leben in Schwangau: «Weg mit dem Schorf - bunter werden muss das Dorf!» Die drei männlichen «Maulaufreißer» auf ihrem riesigen Ross ergänzten den dörflichen Weiber-Tratsch.

Im Mittelpunkt ganz nach dem Motto «Wilder Westen» stand das Prinzenpaar Simone I. aus Eisenberg-Zell und Prinz Hansjörg I., ein Urschwangauer aus Horn. Mancher Besucher, wie der frühere Faschingsvereinsvorsitzende Johann Gschwill, bedauerten einzig, dass der Faschingsverein keinen Prinzenball mehr durchführt, der einst die fünfte Jahreszeit eröffnete und mit der Ordensvergabe «It viel rede, ebbes tue» ein besonderes Ereignis bot.

Nicht vergessen hat der Faschingsverein die Spende für weniger glückliche Mitmenschen: Aus dem Verkauf der Faschingszeitung 2008 fließen 1111,11 Euro in Maßnahmen für behinderte Mitbürger der Gemeinde. Anstelle der verstorbenen Gräfin Anna Maria von Pocci, bislang Behindertenbeauftragte im Gemeinderat, nahm Bürgermeister Reinhold Sontheimer die Spende entgegen. Weitere Spenden durch ihn persönlich sowie durch den Nachlassverwalter der Gräfin erhöhten diese Gabe auf 2000 Euro.

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