Sonthofen
Mehr als 200 Millionen Euro extra für das Handwerk

Bauaufträge für das Handwerk im Wert von 204 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II sind 2009 und 2010 in Schwaben zu vergeben. Dies hat Jürgen Schmid, Präsident der Handwerkskammer, beim vierteljährlichen Treffen der zehn Landräte am Mittwoch in Sonthofen dargelegt.

Neben der Lage des Handwerks waren die gerechte Verteilung von Fördergeldern für Alten- und Eingliederungshilfe sowie der einheitliche Vollzug im Zusammenhang mit der Blauzungenkrankheit weitere Tagesordnungspunkte bei der Herbstsitzung.

Bei einer nachträglichen Pressekonferenz sprach der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser positiv über das Treffen in seinem Landkreis und die Zusammenarbeit zwischen den Landräten.

«Es ist sehr erfreulich, dass die Handwerkskammer Schwaben von einer guter Auftragslage spricht», berichtet Kaiser. Durch das Konjunkturprogramm II werde dies hoffentlich auch in Zukunft so bleiben. Bereits 80 Projekte habe der Bezirk bewilligt. Bei der Auftragsvergabe kamen fast immer heimische Betriebe zum Zuge, berichten alle Landräte.

Landrat Kaiser betont, sein Amt habe Aufträge stets bewusst in Teillosen ausgeschrieben, damit auch möglichst viele Betriebe aus der Region eine reelle Chance haben.

Erfreut zeigt sich der Oberallgäuer Landrat auch über die positive Meinung der Handwerkskammer zu Hauptschülern: «Wir brauchen nicht nur Häuptlinge, sondern auch praktisch gut ausgebildete Kräfte», unterstreicht er deren Meinung. Und im Handwerk machen Hauptschüler eben noch immer 70 Prozent der Arbeitskräfte aus. Auf dem Ausbildungsmarkt sehe es mit einem Minus von 7,3 Prozent bei den neuen Lehrstellen laut Schmid noch immer besser aus, als bei den anderen bayerischen Kammern.

Forderung nach Finanzausgleich

Bei der Auswertung des Haushalts 2009 des Bezirks Schwaben kristallisiert sich ein Problem heraus: Die Heimunterbringungen von alten Leuten stieg 2009 um drei, die von behinderten Menschen um 2,5 Prozent. Laut Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert ist in diesem Jahr noch alles im Lot, 2010/2011 werden die Sozialkosten jedoch voraussichtlich ansteigen. Nun fordern die Landräte geschlossen beim Freistaat Bayern einen gerechten Finanzausgleich. Die sozialen Fördergelder werden in Bayern nach der Anzahl der behinderten Menschen im Bezirk verteilt. Schwaben hat laut Kaiser eine sehr niedrige Zahl - warum wisse man nicht. Die Gelder reichen jedoch kaum mehr aus. «Bis Herbst 2009 hoffen wir auf einen neuen Verteilungsschlüssel», so Kaiser «immerhin geht es für uns um etwa 15 Millionen Euro, das ist kein Pappenstiel».

Was die Blauzungenkrankheit angeht betont Kaiser, wie wichtig ein einheitliches Verfahren beim Vollzug der Zwangsgelder ist: «Schwabenweit haben wir uns auf eine einheitliche Handhabung festgelegt. Wer nicht impft, zahlt 25 Euro Zwangsgeld pro Tier». Die Impfquote liege jedoch bei sehr positiven 90 Prozent.

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