Mechaniker ortsnah unterrichten

Marktoberdorf/Ostallgäu | vit | Lehrlinge, die Land- und Baumaschinenmechaniker werden wollen, sollen ihre Berufsschulausbildung auch weiterhin wohnortnah im Ostallgäu starten können. Dafür setzt sich Landrat Johann Fleschhut in einem Brief an die Regierung von Schwaben ein. Die Berufsschule in Mindelheim würde nämlich gerne die Ausbildung bereits in der Grundstufe (10. Klasse) übernehmen. Durch Gastschulbeiträge und Heimkosten entstünden dem Landkreis Ostallgäu hohe Kosten. Die Zahl der 10. Klassen im Fahrzeug-Bereich könnte sich so zudem von drei auf zwei verringern, befürchtet der Ostallgäuer Berufsschulrektor Remigius Kirchmaier.

In vielen Bereichen gefragt

Bei den Bau- und Landmaschinentechnikern verzeichnet Kirchmaier steigende Schülerzahlen. Aktuell besuchen neun Jugendliche aus dem ganzen Ostallgäu die Grundstufe in Marktoberdorf, ehe sie im nächsten Schuljahr (11. Klasse) nach Mindelheim wechseln. Ausgebildete Landmaschinenmechaniker fänden häufig auch eine Anstellung beim Traktorenhersteller Fendt, der vielen Facharbeitern aus verschiedenen Metallbereichen Jobs bietet.

Damit junge Menschen den Beruf des Landmaschinenmechanikers ergreifen, sei eine wohnortnahe Grundbildung wichtig. Dafür setzen sich Kirchmaier und Fleschhut ein. Kirchmaier erklärt, dass erst vor wenigen Jahren die Fachsprengel der Berufsschulen in Schwaben neu definiert wurden. Auch aus diesem Grund wehre man sich dagegen, dass über die Hintertüre durch Gastschulverhältnissen eine Neuordnung passieren soll: 'Für eine Standortdiskussion ist kein Raum', schreibt Fleschhut. Und mittlerweile hat wohl auch die Regierung erklärt, dass sie Anträge auf ein Gastschulverhältnis ablehnen wird, wenn sich ein anderer Landkreis gegen die Kostenübernahme für den Unterricht in Mindelheim sperrt.

Da der Stoff der 10. Klasse die allgemeine Fahrzeugtechnik abdeckt, sieht Kirchmeier in der gemeinsamen Beschulung mit den Kfz-Mechatronikern kein Problem. Wichtig ist auch ihm, dass die Standortreform der Berufsschulen nicht schon wieder aufgeschnürt wird. Denn in mehreren Metallbereichen findet nur die Grundbildung im Ostallgäu statt. Dies müsse so bleiben.

Moderne Räume eingerichtet

Zudem hat der Landkreis in die neuen Ausbildungsschwerpunkte auch kräftig investiert. Im vergangenen Schuljahr wurden erst die integrierten Fachräume für die Fahrzeugtechniker fertig. Die Kosten für den Umbau lagen bei 800 000 Euro. Würde nun eine Kfz-Klasse in der Grundstufe ausfallen, würden sich diese Bildungsausgaben weniger rentieren und durch die Gastschulverhältnisse entstünden zusätzliche Kosten für den Landkreis.

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