Litzelsdorf / Memmingen
Maus und Elefant umarmen sich

2Bilder

Die Bewohner von Litzelsdorf im Burgenland greifen gerne zu einem Vergleich aus dem Tierreich, um ihre Verbindung mit Memmingen zu beschreiben. Da sei eine Maus mit einem Elefanten zusammengekommen, hört man öfters in der 1200-Seelen-Gemeinde nahe der österreichisch-ungarischen Grenze. Am Samstag haben sich Maus und Elefant innig umarmt. Litzelsdorf und Memmingen sind im Burgenland eine offizielle Partnerschaft eingegangen.

In den 1970er Jahren hatte die Freundschaft ihren Anfang genommen. Die Firma Stehle unterhielt damals eine Filiale in der österreichischen Kommune. Als eine Litzelsdorfer Delegation ins Memminger Rathaus eingeladen war, hatten die Burgenländer einen bemerkenswerten Auftritt. Sie kamen mit einer Band, präsentierten sich mit Akkordeon und Teufelsgeige. In der Folge erwarben sich der frühere Memminger Stadtrat Erich Häring und der ehemalige Litzelsdorfer Bürgermeister Erich Graf große Verdienste um die kommunale Freundschaft. Beide wurden am Samstag bei einem Festakt zu Ehrenbürgern der Burgenländer Gemeinde ernannt (siehe Artikel unten).

Alle schauten aufs Burgenland

Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger blickte am Tag der Deutschen Einheit in die Geschichte und erinnerte an 1989. Die ganze Welt schaute damals aufs Burgenland. Die Menschen hätten große Gastfreundschaft gezeigt, als viele DDR-Bürger über Ungarn nach Österreich kamen, so Holzinger. Dafür müsse man ihnen heute noch dankbar sein. Als Rückgrat der Partnerschaft Memmingen-Litzelsdorf bezeichnete er die Feuerwehren. Zur Memminger Delegation gehörten neben Vertretern aus Stadtrat und Verwaltung auch Mitglieder der Feuerwehr - unter anderem Stadtbrandrat Hans Hirschmeier, Ehrenstadtbrandrat Bernd Feil und Ehrenvorsitzender Günther Hertle.

Der Oberbürgermeister durfte die Bühne nicht verlassen, ohne die Geschichte vom Memminger Mau zu erzählen. Diese Steilvorlage nutzte der Rathauschef, um zur Hochform aufzulaufen. Den Mau, sagte er im Brustton der Überzeugung, würden die Memminger als ihr Eigentum betrachten. Und darum seien sie schon verschnupft gewesen, dass die Amerikaner auf den Mond flogen, ohne vorher Bescheid zu sagen. «Das ist eine offene Wunde», scherzte Holzinger.

Erst der Anfang

Zu den Litzelsdorfer Besonderheiten gehört der Bürgermeister. Peter Fassl ist erst 29 Jahre alt und damit der jüngste Gemeindechef im ganzen Burgenland.

«Ich hoffe, heute ist nicht der Höhepunkt, sondern der Anfang einer gut funktionierenden Partnerschaft», sagte er auf dem Platz vor der Litzelsdorfer Gemeindeverwaltung, der am Samstag eingeweiht wurde.

Wer glaubt, dass eine Delegation bei einem Aufenthalt in einem Partnerort nur ein freundliches Gesicht machen und die Reden beklatschen muss, der täuscht sich. Die Memminger überraschten ihre Gastgeber, als sie beim Festakt die Burgerländer Hymne anstimmten. Es ging alles gut, schließlich war ja auch auf der Busfahrt nach Litzelsdorf fleißig geprobt worden.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen