"Wieder gehen die Lichter aus"
Massive Kritik der IHK an Lockdown-Verlängerung: "Unternehmen zahlen die Zeche!"

Die Läden sind voll, die Kassen sind aus: Die IHK Schwaben äußert scharfe Kritik an den neuen Lockdown-Maßnahmen.
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  • Foto: Andreas Lischka auf Pixabay
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Die IHK Schwaben hat in einer Pressemitteilung die sogenannte "Notbremse" schwer kritisiert. "Die Verlängerung des Lockdowns und die in immer mehr Regionen greifende Notbremse lassen die Wogen in weiten Teilen der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft hochschlagen", so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Marc Lucassen zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Konferenz und den Beschlüssen des Bayerischen Ministerrats. "Weiterhin zahlen die Unternehmen die Zeche für zu langsames Impfen, Testen und Nachverfolgen", so Lucassen.

Leidtragende seien erneut der Handel, der Tourismus und die verbrauchernahen Dienstleistungen. Sie seien hauptsächlich von den Corona-Schließungen. Die Öffnungsperspektiven in Bayern für die Zeit nach Ostern: ein schwacher Trost für die Wirtschaft.

Erneute Forderung nach Planungssicherheit

Unternehmen müssen planen. Lieferketten und Arbeitsteilung funktionieren in vielen Branchen nicht von heute auf morgen. Dementsprechend sind in den letzten Monaten schon mehrfach Stimmen laut geworden, die sich Planungssicherheit wünschen. Seit viereinhalb Monaten Lockdown, der immer wieder verlängert wird, jetzt noch ein zusätzlicher "Feiertag" am Gründonnerstag: Für Unternehmen eine nervenaufreibende Perspektive. Die bayerisch-schwäbische Konjunktur ist laut IHK "auf Talfahrt. Mit Ausnahme der Industrie, die in China und den USA gute Geschäfte macht, und der Bauwirtschaft, die unverändert vom niedrigen Zinsniveau profitiert, wurden alle Branchen vom Abwärtstrend erfasst", so die Pressemitteilung. Lucassen präzisiert die Lage für Gründonnerstag: Es sei "unverständlich, dass nun auch die Industrie und das Baugewerbe kurzfristig auf einen Arbeitstag verzichten müssen. Komplexe Lieferketten und Arbeitsteilung setzen Planungssicherheit voraus."

Kontaktarmer Urlaub wäre eine Perspektive für den Tourismus gewesen

Click&Meet: Zumindest der Handel hat eine erste Perspektive. Beim Tourismus sieht es anders aus. Der Vorschlag eines kontaktarmen Urlaubs im eigenen Bundesland wäre ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. "Umso ärgerlicher ist es, dass sich Bund und Länder nicht auf diesen Weg verständigen konnten", stellt Lucassen fest. Dagegen seien aus Sicht der IHK Schwaben schon vor Ostern Öffnungen mit einem engmaschigen Test- und Hygienekonzept denkbar. Damit könne man auch wiederum "Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus gewinnen."

Ausbildungsmarkt: Negativtrend setzt sich fort

Große Sorgen bereiten der IHK die Folgen im Ausbildungsbereich. 2021 werde ein weiterer Jahrgang mit geringeren Bildungschancen. Die Folgen seien unmittelbar am Ausbildungsmarkt sichtbar: "Der deutliche Negativtrend des Vorjahres setzt sich bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen fort. Die Unsicherheit in vielen Familien hält offensichtlich viele junge Menschen von einer Bewerbung ab – obwohl es trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten viele Angebote der Unternehmen gibt. Wir müssen daher alles tun, damit aus den Schulabsolventen von heute nicht die Ungelernten von morgen werden, so Lucassen abschließend.

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