Forst
Massenaufkommen des Borkenkäfers durch trockenes Frühjahr?

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Verheerende Stürme knickten Anfang der 90er Jahre Fichten überall im Oberallgäu, auch im Schutzwald. Dann gab's eine Massenvermehrung von Borkenkäfern, die sich unter der Rinde einnisteten und Bäume vernichteten. Jetzt ist es, abgesehen von der seit Jahren währenden Diskussion um Verbissschäden an jungen Bäumen, ruhig geworden ums Holz im Oberallgäu. Und wie schaut es heuer aus? Ist 2011 ein gutes Jahr für den Wald? << Das wird sich zeigen, >> sagt Dr. Ulrich Sauter, Leitender Forstdirektor des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten. Das milde, trockene Frühjahr habe dem Borkenkäfer << gute Bedingungen >> beschert. << Es bleibt die spannende Frage, ob es zu einer Massenvermehrung gekommen ist. >>

Zum << Hochzeitsflug >> im Freien

Borkenkäfer wie << Buchdrucker >> und << Kupferstecher >> zeigen sich nun zu ihrem << Hochzeitsflug >> im Freien, sagt Sauter. Um einen Eindruck zu bekommen, wie viele unterwegs sind, werden sie mit einem Gemisch, das laut Sauter ähnlich riecht wie Fichtennadel-Badesalz (aber vom Menschen nicht wahrgenommen wird) in Fallen gelockt. << Wir zählen die Käfer im Abstand von einigen Tagen teelöffelweise. So können wir beobachten, ob sich eine Massenvermehrung aufbaut oder nicht. >> Rund ein halbes Dutzend solcher Fallen gibt es im Oberallgäu im Rahmen des << Borkenkäfer-Monitoring >>. Die Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft beobachtet so bayernweit den Flug der Käfer. << Gibt es eine starke Vermehrung, geben wir eine Warnung heraus.

>> Im Oberallgäu ist noch alles im grünen Bereich, im Landkreis Lindau wurde bereits Warnstufe Gelb gegeben. Aber eines gilt laut Sauter immer: Der Waldbesitzer hat den Borkenkäfer zu bekämpfen.

Da befallene Bäume nicht gerettet werden können, müsse die unter der Rinde abgelegte Brut deshalb zerstört werden. Probates Mittel sei: Fällen, entrinden und an der Sonne liegen lassen. Andere Methode: Maschinell im Sägewerk entrinden lassen. Laut Sauter die eleganteste Variante, denn << bei einem Borkenkäferbefall muss das Holz schnell aus dem Wald. >> Das hat einen einfachen Grund: In sechs bis zwölf Wochen entwickelt sich wieder eine neue Generation. Jährlich könne ein Borkenkäfer-Weibchen für 80000 Nachkommen sorgen. Unter der Rinde legen sie ihre Eier ab. Dort fressen sich die Larven durch das Bastgewebe des Baumes und zerstören dessen Nährstoffbahnen. Von außen ist das durch den Auswurf von braunem << Bohrmehl >> zu erkennen. Später verfärbt sich die Baumkrone rötlich.

<< Es wird spannend, wie die Entwicklung des Borkenkäfers in der Region voranschreitet, >> sagt Sauter. Er hat 65 000 Hektar Wald im Oberallgäu, Landkreis Lindau und in Kempten im Blick. Dafür zeichnen rund 20000 Waldbesitzer verantwortlich.

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