Masern-Erkrankungen nehmen zu

Von Michael Munkler | Kempten Nach Ausbruch einer Masernepidemie in der Schweiz und in Österreich sowie in Teilen Baden Württembergs halten es Experten für wahrscheinlich, dass auch im Allgäu die Zahl der Erkrankungen zunehmen wird. 'Das ist wohl nur eine Frage der Zeit', so der Ostallgäuer Gesundheitsamts-Leiter Dr. Johann Gundel. Insbesondere durch Massenansammlungen bei der Fußball-EM im Sommer in der Schweiz und in Österreich bestehe ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, heißt es auch im Bayerischen Gesundheitsministerium.

Ärzte empfehlen eine Impfung und eine Überprüfung des Impfschutzes. Derzeit gibt es im gesamten Allgäu acht Masern-Fälle - alle acht traten in dieser Woche im Oberallgäu auf. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2007 waren es in ganz Schwaben nur drei gemeldete Fälle. Die Oberallgäuer Fälle verteilen sich aber auf verschiedene Schulen, so Brigitte Klöpf vom Landratsamt in Sonthofen.

In der Schweiz haben sich seit Anfang des Jahres über 1000 Personen mit dem Masern-Virus infiziert. In Bayern waren gestern 78 Erkrankungen registriert.

Dieser Tage wurden auch in einigen Allgäuer Schulen und Kindergärten die Eltern schriftlich darauf hingewiesen, dass sie ihre Kinder gegen Masern, Mumps und Röteln impfen lassen sollten. 'Die Impfbeteiligung lässt immer noch zu wünschen übrig', meint Dr. Jürgen Seemann vom Gesundheitsamt im Unterallgäu.

Schwere Folgen möglich

Auch Bayerns Gesundheitsminister Otmar Bernhard hat angesichts der jüngsten Entwicklung alle Eltern aufgerufen, ihre Kinder impfen zu lassen. Bernhard: 'Masern sind nicht ein paar harmlose rote Flecken, sondern eine der ansteckendsten Viruserkrankungen mit möglichen schweren Folgen für unsere Kinder.' Statistisch gesehen erleidet von 1000 mit dem Masern-Virus infizierten Kindern eines eine Gehirnhautentzündung, die unter Umständen tödlich verlaufen oder zu schweren bleibenden Schäden führen kann. Ausgesprochen viele Impfkritiker finden sich dagegen in anthroposophischen Kreisen.

In Bayern sind laut Gesundheitsministerium derzeit 91,7 Prozent der Kinder gegen Masern geimpft. Nur 75,7 Prozent haben auch die zweite Impfung erhalten und sind damit zu 100 Prozent geschützt. Gesundheitsminister Bernhard will erreichen, dass die Masern in Bayern ganz ausgerottet werden. Dies aber könne nur durch eine Steigerung der Impfrate erreicht werden.

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