Marktoberdorf
Martinsschule: Teilabriss oder gleich neuer Standort

Für eine mehrstündige, zeitweise heftige Diskussion im Stadtrat hat am Montagabend die Schule St. Martin gesorgt. Eigentlich ging es um die Frage, ob die Grundschule umfassend saniert oder gleich an einem anderen Standort neu gebaut werden soll. Weil die Mehrheit der Räte aber noch grundlegende Fragen unbeantwortet sah, bekam die Rathausspitze zunächst ein Paket mit Hausaufgaben auf. Dazu zählt auch eine Standortuntersuchung, um Klarheit darüber zu erhalten, was denn an der bisherigen Lage baulich noch möglich wäre.

Noch bevor die Sitzung richtig begann, zeichnete sich schon Ärger ab. CSU-Fraktionssprecher Markus Singer forderte, den am Ende der Tagesordnung platzierten Punkt «Neubau/Sanierung St. Martins Schule -Standortdiskussion» zu vertagen. Zum einen fehlten Alternativvorschläge, zum anderen könne nicht über einen so wichtigen Punkt zu später Stunde diskutiert werden. Dagegen betonten Axel Maaß (Grüne) und Ulrike Wieser (SPD), es sei schon oft genug darüber gesprochen worden. Nun sei die Zeit für eine Entscheidung gekommen.

Doch diese fiel nicht. Der Tagesordnungspunkt wurde auf Vorschlag von Bürgermeister Werner Himmer vorgezogen - und löste eine lange Debatte aus. Himmer und Stadtbaumeister Peter Münsch hatten zunächst deutlich gemacht, dass es mit einer bloßen Sanierung nicht getan ist.

Zu überlegen sei ein Teilabriss mit Neubau für 6,5 bis 7,5 Millionen Euro oder aber ein kompletter Neubau an anderer Stelle. Doch könne er dafür «keinen geeigneten Platz anbieten», so Himmer. Münsch selbst plädierte für einen Teilneubau am alten Ort. Es spreche zwar auch einiges für einen Standortwechsel, doch trage die Schule auch zur Innenstadtbelebung bei.

Kritik an Verwaltung

In der Diskussion mussten sich Himmer und Münsch von Markus Singer (CSU) und Carl Singer (FW) heftige Kritik anhören. Während Markus Singer Ideen und Standortalternativen vermisste, fehlten Carl Singer Informationen über künftige Schülerzahlen, das Raumkonzept, Kosten und mehr. Münsch wandte dazu ein, das Bauamt könne dieses Aufgabenpensum aus personellen Gründen nicht schaffen. Auch Wolfgang Schmid (FW) sah dies so.

Andreas Wachter (CSU) und Peter Fendt (BP) zogen eine Großsanierung oder gar einen Neubau nicht zuletzt aus Angst vor Steuereinbrüchen in Zweifel. Dagegen betonten Walter Breiner (FW) und Schmid, wie wichtig ein großzügiges Schulumfeld für die Entwicklung der Kinder sei. Eduard Gapp (CSU) riet, Lösungen auszuloten, die den alten Standort entlasten. Für einen Verbleib am alten Platz, allerdings verbunden mit Teilabriss, plädierten Clara Knestel, Axel Maaß (beide Grüne), Ulrike Wieser (SPD), Walter Schilhansl (CSU) und Dr. Thomas Hilscher (BP). Andere wollten vor einer Entscheidung erst weitere Informationen haben.

Auftrag für Kaufverhandlungen

So ging auch der Antrag von Maaß ins Leere, sich für eine Lösung am alten Standort zu entscheiden. Mit dem Verweis auf die Geschäftsordnung, der Antrag sei verspätet eingereicht, wurde sein Vorstoß abgeblockt. Letztlich beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, zusammen mit Schule, Schulamt und Regierung ein Raumprogramm aufzustellen und die künftigen Schülerzahlen zu ermitteln. Ferner soll ein Fachbüro klären, was am alten Standort noch möglich ist und ob sich eine etwaige Alternative für das Vorhaben eignet. Auch soll Bürgermeister Himmer Kaufverhandlungen mit Eigentümern von Grundstücken führen, die eventuell für einen Schulneubau in Frage kommen.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen