Unterthingau
Marode Kanäle und überlastete Kläranlage

Der Kanal im Höllweg in Unterthingau hat inzwischen einen bedenklichen Zustand erreicht, erklärte ein Fachmann in der jüngsten Sitzung des Marktrats Unterthingau. Infolge von Setzungen entstanden Knickungen und Abwinklungen, wenngleich die Rohre noch keine erkennbaren Schädigungen aufweisen. Der 35 Jahre alte Kanal ist an vielen Stellen nicht mehr dicht. Da die Hausanschlüsse wohl nicht alle fachgerecht verlegt wurden, kommt es hier zu weiteren Problemen. Wie bekannt wurde, hatten Anwohner bereits mehrfach Rückstaus in ihren Kellern, was auf einen zu kleinen Kanal-Durchmesser verweist.

Da der Unterbau des Kanals nicht mehr in Ordnung ist, werde sich dieser weiter setzen und dadurch entstünden auch Risse im Teerbelag. Dem Fachmann zufolge müssten etwa 300000 Euro für eine Sanierung des Kanals veranschlagt werden. Einen positiven Effekt hätte eine Teilversickerung des Regenwassers auf Privatgrund. Ob dabei die Anwohner auf ihre Kosten mitmachten, sei jedoch fraglich, so Bürgermeister Wolfgang Schramm. «Wir müssen die Möglichkeiten, auch einen Kanal-Neubau, genau unter die Lupe nehmen», meinte der Rathauschef. Um einen stabilen Untergrund werde man sowieso kaum herumkommen.

In Reinhardsried besteht ein getrenntes Abwassersystem. Dabei läuft das Regenwasser dem Tiefpunkt beim Sportplatz zu. Dieser Kanal besitze eine zu geringe Leistung, meinte der Spezialist, was bei stärkerem Regen zu Überschwemmungen und auch zu Vernässungen der Wiesen führe. Bei einer Inline-Reparatur würde der zu geringe Durchmesser nochmals verkleinert. Eigentlich sollte auch hier ein neuer Kanal verlegt werden, um dem Problem Herr zu werden. In jedem Fall fließe das Wasser zunächst über die landwirtschaftlichen Flächen einem größeren Bach zu.

Überschreitungen sorgen für Ärger

Im Ortsteil Ried wurde Anfang 2000 eine Kläranlage erstellt. Die Anlage lieferte bisher nicht die erhofften und geforderten Werte, seit Jahren sorgen die Überschreitungen für Ärger. Problematisch ist, dass die Kleinkläranlage auch bei Regenfällen das Wasser aufnehmen muss und dabei heillos überfordert ist. Deshalb wäre, so der Fachmann, ein Anschluss an eine funktionierende Kläranlage in Oberthingau/Unterthingau oder in Görisried am sinnvollsten. Bei einem Anschluss in Görisried könnte der vorhandene Ablaufkanal benutzt werden, die Reststrecke von 1,14 Kilometern wäre mit einem Schlauch zu bewältigen. Der Marktrat fasste noch keine Beschlüsse.

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