Memmingen
Markus Schmidt geht mit Handicap auf Pilgerfahrt nach Rom

Dass der Wille der entscheidende Dirigent auf dem eigenen Lebensweg ist, zeigt Markus Schmidt. Trotz oder eben mit seiner einseitigen Lähmung macht sich der 46-Jährige auf den Weg nach Rom. Mit dem Liege­rad.

Ein Anorisma veränderte im Jahre 2004 das Leben des Memmingers schlagartig. 18 Tage künstliches Koma, persönliche Nahtoderfahrung, halbseitige Lähmung: Plötzlich war der ambitionierte Sportler und berufstätige Vater an einen Rollstuhl gefesselt und völlig aus seinem Leben gerissen. Auch Selbstmordgedanken blieben nicht aus.

Doch dann kam alles anders. Ein zweites Mal. Sein Glaube und vor allem die Liebe zu seinem heute zehnjährigen Sohn haben ihm die Kraft gegeben, nochmals von vorne anzufangen. Mit Hilfe seiner Physio- und Ergotherapeuten hat ­Schmidt Großes geschafft: Raus aus dem Rollstuhl und trotz seines Handicaps wieder aktiv.

Mit dem Liegefahrrad kann er raus an die Luft, kommt in Bewegung und trainiert seine Lunge. Dafür wurde das Rad extra auf Einhandbedienung umgebaut und verkehrssicher gemacht. Bis zu sechs Stunden am Tag ist Schmidt damit unterwegs, fährt sogar um den Bodensee.

Im Jahre 2011 entstand dann eine besonders ehrgeizige Idee: Der 46-Jährige will mit seinem Liegerad nach Rom fahren, 'um Gott zu ehren, denn er hat meine Gebete erhört und mir geholfen.' Zudem will Schmidt anderen Mut machen: 'Es gibt kein Ziel, das nicht erreicht werden kann.' Am wichtigsten ist, dass der Wille da ist. Ohne den schaffe man keinen Meter.

Auf der Fahrt nach Rom geht es allerdings nicht um Meter. Rund 1300 Kilometer muss er zurücklegen. Begleitet wird Schmidt von Roman Munz, Mitarbeiter des Sanitätshauses Zelt in Memmingen. Rund 80 bis 100 Kilometer am Tag wollen sie zurücklegen und nach rund 14 Tagen in Rom ankommen. Aufbruch ist für Ende August geplant. Höhepunkt der Pilgerfahrt soll eine Begegnung mit dem Papst sein.

Neben dem eigenen Willen braucht man für ein solches Projekt auch Unterstützung. Allen voran engagiert sich Hermann Zelt – für die Reise stattet er Schmidt mit einem speziellen Schalensitz aus Carbon aus. 'Für die Deckung der Reisekosten freuen wir uns über jede finanzielle Unterstützung', so Schmidt.

Gespendet werden kann auf das Konto der Behindertenkontaktgruppe Memmingen, Kontonummer 212357. BLZ 73150000 bei der Sparkasse Memmingen, Verwendungszweck 'Pilgerfahrt Rom Markus Schmidt'. 'Das Geld, das wir nicht verbrauchen, geben wir an sozial schwache oder gehandicapte Menschen weiter.'

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