Unterthingau
Marktraträte lehnen eigene Ortsumgehung ab

Über 20 Jahre ruhte das Thema B12-Abfahrt und Umgehungsstraße Unterthingau in den Schubladen der Bürokratie. Nur wenige Eingeweihte wussten von einer planerischen östlichen Ortsumfahrung von Unterthingau und einer westlichen von Oberthingau. Dazu spukten Gerüchte um eine eigene Ab- und Zufahrt zur B12 nordöstlich Unterthingaus herum. Erst in den Bürgerversammlungen 2008 brachte Rathauschef Wolfgang Schramm das Thema ins Gespräch und deutete eine Realisierung für den Fall an, dass die Bundesstraße B12 in nächster Zeit verbreitert würde. Dieser Zeitpunkt sollte nach seiner Meinung nicht verpasst werden.

Verunsicherung in der Bevölkerung

Bereits in der ersten Sitzung dieses Jahres brachte der Bürgermeister das Thema wieder zur Diskussion und stellte eine Abfahrt Aitrang und Unterthingau für die Weiterentwicklung von Gewerbegebieten beider Gemeinden positiv dar. Schon damals sprach sich der Marktrat mehrheitlich gegen Abfahrt und Umgehung aus. Nun stellte Ratsmitglied Bernhard Dolp einen Antrag ans Gremium, darüber zu entscheiden, ob dieses Thema vom Markt «weiterhin verfolgt werden soll». Seinen Ausführungen nach würden Abfahrt und Umgehung von der Bevölkerung «intensiv diskutiert», die Menschen seien verunsichert.

Rathauschef Wolfgang Schramm verteidigte die eigene Abfahrt zugunsten eines neuen Gewerbegebiets Heuwang und einer erhofften Verkehrsreduzierung im Ort. Grund und Boden für die Umfahrung sei bereits in der Hand des Landkreises, und bei Zunahme des Verkehrs würde diese auch in einigen Jahren gebaut.

Der Marktrat habe darauf gar keinen Einfluss, sagte Schramm. Zweiter Bürgermeister Josef Heringer sah «keine Notwendigkeit» und daher solle eine Entscheidung «in die Zukunft vertagt» werden. «Die Ortsmitte soll lebenswert bleiben», sagte Rätin Dorothea Niehoff-Mutzel und plädierte für eine Ortsumgehung. Marktrat Manfred Fendt meinte, dass der B12-Anschluss eine «Kettenreaktion» auslösen würde: Wegen Verkehrszunahme müsste dann die Umfahrung Unter- und Oberthingaus gebaut werden.

Laut Heinrich Bader zöge man den Verkehr damit geradezu an und es entstünde eine Nord-Süd-Achse. Bei einer Abstimmung votierten 13 Räte dafür, das Thema wieder ad acta zu legen. Nur Bürgermeister Schramm und Dorothea Niehoff-Mutzel stimmten dafür, sich mit der B12-Abfahrt und einer Umgehung von Unter- und Oberthingau weiterhin zu befassen.

Gebührenerhöhung für den Kindergarten

Ferner beschloss das Gremium eine Erhöhung der Kindergarten-Gebühren um zehn Prozent. Die Beiträge der Kinderkrippe (Außengruppe) waren nach Meinung des Rats bislang deutlich zu niedrig angesetzt. Daher werden diese Gebühren infolge des erhöhten Aufwandes ab Herbst verdoppelt.

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