Markt verschiebt Grundsatzbeschluss

Von Stefanie Dodel | Markt Rettenbach/Unterallgäu Nach vielen Gesprächen und Diskussionen im Gemeinderat und mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) Kempten will sich die Einheitsgemeinde Markt Rettenbach nun am gemeinsamen Hochwasser-Schutzprojekt für das Günz- und Schwelktal (siehe Infokasten) beteiligen. Allerdings mit Einschränkungen: Die Gemeinde stellt mehrere Bedingungen. Den Grundsatzbeschluss, der eigentlich in der Sitzung am Donnerstagabend gefasst werden sollte, vertagte das Gremium allerdings um zwei Wochen. Zuvor sollen nun noch einmal die betroffenen Bürger über den aktuellen Stand informiert werden.

Im Grunde sehen die Bedingungen Markt Rettenbachs folgendermaßen aus: Die Marktgemeinde will sich nur finanziell am Gesamtkonzept beteiligen, wenn das bisher geplante Rückhaltebecken bei Altisried vor die Staatsstraße 2013 verlegt wird, also südlich von Markt Rettenbach und Kapelle entsteht. So würden innerörtliche Schutzmaßnahmen wegfallen. Zudem soll das geplante Becken bei Frechenrieden nach dem Willen des Marktes ebenfalls weiter in Richtung Süden verschoben werden, damit möglichst wenig landwirtschaftliche Nutzfläche verbraucht und ein großer Teil der benötigten Fläche im Wald liegen würde. Hierfür würde die Gemeinde auch Tauschland anbieten.

Weitere Punkte im Grundsatzbeschluss beziehen sich auf die Finanzierung des Projekts und die Interessen der Landwirtschaft. In einem Schreiben, das in den Beschluss aufgenommen werden soll, fordert der Bauernverband unter anderem, dass vor Baubeginn der Ist-Zustand der benötigten Flächen detailliert untersucht und festgehalten wird. Zudem dürfe es keine Einschränkungen in der Bewirtschaftung geben. Schäden, die bei einem Einstau des Rückhaltebeckens entstehen, müssten vollständig entschädigt werden. Darüber hinaus betont der Bauernverband, dass Entschädigungs- und Ausgleichleistungen erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden könnten.

Bürgermeister Alfons Weber betonte, dass es eigentlich keine Alternative dazu gebe, als den Bürgern einen Schutz vor einem Hochwasser zu geben. Allerdings müsse dies seiner Meinung nach ein endgültiger Schutz sein und keiner, bei dem zusätzlich innerörtliche Maßnahmen wie der Bau einer Ufermauer, einer Flutmulde und eines Damms nötig wären. 'Finanziell ist das Projekt eine Chance für uns', so Weber. Gemeinderat Paul Maugg gab zu bedenken, dass durch die vorgesehenen Alternativen 'mit den Becken auch die Betroffenheiten verschoben' würden. Deshalb stellte er den Antrag, die Grundstückseigentümer noch vor einer Abstimmung zu informieren. Dem stimmte das Gremium mehrheitlich zu.

Termin noch offen

So wird der Bürgermeister zu einem weiteren Informationsgespräch einladen. Der genaue Termin steht bislang noch nicht fest. In der Sitzung am Donnerstag, 28. Februar, soll dann der Grundsatzbeschluss gefasst werden. Bislang haben laut WWA die Gemeinden Ottobeuren, Westerheim, Sontheim, Erkheim, Babenhausen und Deisenhausen ihre finanzielle Beteiligung am Günztalprojekt fest zugesagt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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