Lindenberg
Markt 2010 nicht am Namenstag

Der traditionelle Simon- und Judamarkt wird im kommenden Jahr probeweise auf das Wochenende nach dem Namenstag (28. Oktober) verlegt. Das beschloss der Stadtrat bei vier Gegenstimmen. 2010 fiele der Krämermarkt auf einen Mittwoch und Donnerstag, bliebe man bei der Tradition, 27. und 28. Oktober, wie seit 1903 üblich. Die Verwaltung schlug vor, probeweise auf das darauffolgende Wochenende 30. und 31. Oktober, auszuweichen.

Seit 1980 gilt eine «dauerhafte Marktfestsetzung», die damit ausgesetzt wird, erklärte Hauptamtsleiter Roland Kappel. Die Markteröffnung ist am Freitag, 29. Oktober, der eigentliche Krämermarkt Samstag und Sonntag. Zugleich öffnen die Geschäfte in der Innenstadt zu einem verkaufsoffenen Sonntag.

Der Wunsch sei von den Schaustellern gekommen, sagte Kappel. Die würden andernfalls zwei Wochen die Parkplätze in der Sandstraße belegen, weil sie spätestens am 19. Oktober anreisen müssten.

Über die künftige Regelung soll der Stadtrat nach dem Markt 2010 mit der gesammelten Erfahrung entscheiden. Ein weiterer Vorteil: es kommt 2010 zu keiner Überschneidung mit Märkten in der Region, auch nicht mit Kempten. Das hat die Verwaltung geprüft.

«Götze Profit»

«Eine zeitliche Verdichtung ist sinnvoll», meinte Stefan Bihler für die CSU-Fraktion. Die Freien Wähler seien nicht einheitlicher Meinung, sagte Dr. Friedrich Haag. Es sei in der Fraktion die Frage gestellt worden, ob man «alle Tradition dem Götzen Profit opfern» müsse. Helmut Wiedemann (SPD) erklärte, Tradition sei «ein Thema»; aber man solle es mal ausprobieren und sich hinterher eine Meinung bilden.

Helmut Böller hatte sich zur Zustimmung «durchgerungen». Er wusste von «geteilten Auffassungen» unter den Marktleuten. Er sprach sich dafür aus, es grundsätzlich bei der dauerhaften Festsetzung auf den 27. und 28. Oktober zu belassen.

Ludwig Gehring wunderte sich, dass seine Anfrage vor einem Jahr, die Markttage beweglich zu halten, von der Verwaltung kurz und bündig abgetan worden sei und nun stünden die gleichen Leute hinter seinem Ansinnen. Gehring regte an, nicht nur die Schausteller sondern auch alle Fieranten zur Verlegung zu befragen; er vermutet dass manche «massiv dagegen» seien.

Josef Kraft erwähnte, die Lehrkräfte der Grundschule seien «hocherfreut» über die Verlegung aufs Wochenende, weil an den beiden Wochentagen «die Schüler nur an Markt und nicht an Unterricht denken». Die süßen Düfte des Simon- und Judamarkts strömten direkt in die Klassenzimmer.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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