Kempten
Mann drückt Frau Plastiktüte auf das Gesicht

Das Landgericht Kempten hat einen Mann aus Füssen wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Die Anklage warf dem 49-Jährigen versuchten Mord vor. Er habe versucht, so der Vorwurf, seine Ehefrau (49) zu töten, in dem er ihr eine Plastiktüte auf das Gesicht drückte und sie würgte.

Doch da der Angeklagte aus eigenem Antrieb nach sehr kurzer Zeit von seiner Frau abließ, sei er von der Tötungsabsicht zurückgetreten, begründete das Gericht, warum der Vorwurf des versuchten Mordes fallen gelassen wurde. Der gelernte Maschinenschlosser gestand die Tat, stritt aber auch den Vorwurf ab, dass er seine Frau töten wollte. Er sei verzweifelt gewesen, da sich seine Frau nach 25 Jahren Ehe von ihm trennen wollte. Dies hatte sie ihm am Vortag der Tat eröffnet. Dadurch habe sich bei ihm kurzzeitig ein Schalter umgelegt. Er sei aber schnell wieder zur Besinnung gekommen, sagte der Mann in der Verhandlung.

Schon in den Monaten vor der Tat habe es zwischen den Eheleuten immer wieder Probleme gegeben. Den Angeklagten störte es, dass seine Frau sich mit einem anderen Mann angefreundet hatte.

Als der 49-Jährige einen Tag nach dem Trennungsgespräch spät in der Nacht gegen halb drei Uhr nach Hause kam, wollte er nochmals mit seiner Frau reden. Doch diese lehnte ab, ebenso wie den Wunsch des Mannes nach Geschlechtsverkehr. Daraufhin verließ der Angeklagte die gemeinsame Wohnung und fuhr zur Tankstelle, um Benzin zu kaufen. Er wollte sich damit das Leben nehmen, doch der Gedanke an seinen 27-jährigen Sohn hielt ihn davon ab, sagte er vor Gericht.

Dann fuhr er wieder zurück zur Wohnung, um erneut mit seiner Frau zu sprechen. Doch die 49-Jährige ging wieder nicht auf ihn ein. Da griff er nach einer Plastiktüte, die in einem Regal neben dem Bett lag, und drückte diese seiner Frau auf das Gesicht. Außerdem soll er, so die Anklage, seine Frau gewürgt haben. Daran konnte sich der Angeklagte während der Verhandlung nicht mehr erinnern. Die Ehefrau gab an während des Angriffs Todesangst gehabt zu haben. Sie habe keine Luft mehr bekommen, sage sie in der Verhandlung. Die Frau erlitt außerdem Kratzspuren auf der Nase und ein Schneidezahn lockerte sich.

Nachdem ihr Mann von ihr abgelassen hatte, rief die 49-Jährige die Polizei. Der Angeklagte verließ die Wohnung mit der Ankündigung, er wolle sich umbringen. Er überschüttete sich mit Benzin, sah dann aber von einer Selbsttötung ab und ging zurück zur Wohnung. Dort ließ er sich von der Polizei festnehmen. Zu seiner Frau sagte er in der Verhandlung, dass er sich für das, was passiert sei, schäme.

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