Kaufbeuren
Manches wurde schon erreicht, vieles bleibt noch zu tun

Vor dem Hintergrund eines jahrhundertelangen Kampfes um die Gleichberechtigung der Frauen lud das Seniorenheim Heinzelmannstift Gäste und Heimbewohner zu einer Ausstellungseröffnung ins Café im Foyer ein. Initiiert beziehungsweise gefördert vom Deutschen Evangelischen Frauenbund - Ortsverband Kaufbeuren - sowie Oberbürgermeister Stefan Bosse als Schirmherr und Pfarrer Thomas Kretschmar (Dreifaltigkeitskirche), hatten die Kulturwissenschaftlerinnen Sibylle Schmidt-Lawrenz und Regina Sdrzalek von der Kemptener Agentur «KULTURelle» eine Ausstellung unter dem Titel «Da muss ich erst meinen Mann fragen!? - Frauenrechte einst und jetzt» erarbeitet. Seit dem Frühjahr ist die 15-teilige Wanderausstellung zu verschiedenen frauenrelevanten Themen in diversen deutschen Städten zu sehen.

Die Begrüßung übernahm Pflegedienstleiterin Marianne Baur, die sich freute, dass so viele - meist weibliche - Heimbewohner durch ihre Anwesenheit ihr Interesse an einem Thema bekundeten, von dem die meisten aufgrund ihrer Lebensgeschichte als Zeitzeuginnen selbst betroffen waren. Mit einer gelungenen Mischung aus augenzwinkerndem Humor - «Ohne die Männer würd's das Thema gar nicht geben!» - und dem nötigen Ernst, da trotz unbestreitbarer Erfolge auf dem Wege der Gleichstellung der Geschlechter immer noch viel zu tun sei, führte die Pflegedienstleiterin ins Thema ein.

Heute undenkbar

Dem geschichtlichen Rückblick auf Zeiten, als es beispielsweise noch nicht selbstverständlich war, dass Mädchen Hosen tragen und den Führerschein machen, schlossen sich im weiteren Verlauf mit Beiträgen Hannelore Lauffenberg (Ehrenvorsitzende des Deutschen Evangelischen Frauenbundes in Vertretung von Heidi Gruber), Stadträtin Helga Ilgenfritz und Christine Doll (Mitglieder des Frauenbundes) sowie mit ihren Grußworten auch OB Bosse und Pfarrer Kretschmar an.

Dabei wurde deutlich, dass vieles, was bis in die 70er Jahre hinein noch selbstverständlich war - dass Frauen kein eigenes Konto eröffnen oder nicht selbst über ihre eigene Berufstätigkeit entscheiden durften - aus heutiger Sicht unglaublich und inzwischen in unserer Gesellschaft als undenkbar erscheint.

Trotz statistisch besserer und mehr höherer Bildungsabschlüsse bei den Frauen bleiben dennoch aufgrund einer «gläsernen Decke» die ganz hohen und einflussreichen Positionen in Wirtschaft und Forschung immer noch überwiegend den Männern vorbehalten; auch im Hinblick auf einen gleichen Lohn für gleiche Arbeit gebe es noch viel zu tun.

Interessant sind auch die Schlaglichter auf vielfältige Teilbereiche des Gesamtthemas, wie zum Beispiel «Frauen und Kirche» oder «Frauen und Sport». Wem die Zeit zum Lesen im Zuge der Ausstellungseröffnung, die flott und gekonnt musikalisch von Annegret und Simone Hirschbolz umrahmt wurde, nicht reichte, hat zur Lektüre im Foyer des Heinzelmannstiftes bis zum 30. September Gelegenheit.

Die Ausstellung kann täglich von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden.

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