Regeln
Manchem Nachbarn graut's vorm Grillen

Egal ob auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten: Grillen ist beliebt – und bevor der Sommer zu Ende geht, sind die letzten Grillfeste angesagt. Doch nicht jeder Nachbar mag es, wenn es nach Bratwurst und Steak riecht, der Rauch auf den Balkon zieht und die Grillfete lautstark wird. Da kommt es dann schon zu der einen oder anderen Streiterei – gerade, wenn mehrere Partien beteiligt sind. [p]Doch was ist erlaubt, was verboten? Wir fragten nach: Laut Ingrid Vornberger, Vorsitzende des Kemptener Mietervereins, darf auch in Mehrfamilienhäusern zum Beispiel auf dem Balkon gegrillt werden.

"Nachbarn müssen dies grundsätzlich akzeptieren." Was die Lärmbelästigung bei Grillfesten angeht, so rät Polizeisprecher Christian Owsinski, gibt es auch ein paar Regeln zu beachten.

Grillgeruch

"Überhaupt keine Anfragen zum Thema Grillgeruch und Lärmbelästigung" verzeichnet Vornberger vom Kemptener Mieterverein. Sie vermutet, dass es die Menschen in ländlicheren Regionen eher in die Natur, an den See zieht und es so in der Stadt kaum zu Konflikten kommt. Generell gelte jedoch: Wenn im Mietvertrag oder in der Hausordnung Grillen auf Balkon oder Terrasse verboten ist, müssen sich Mieter daran halten. "Wer das Verbot missachtet, riskiert Abmahnungen und sogar die Kündigung. Aber auch ohne ausdrückliches Verbot im Mietvertrag dürfe nicht gegrillt werden, wenn der Rauch in Nachbarwohnungen zieht – egal ob der Grill auf Balkon, Terrasse oder im Garten steht."

Ein Thema, mit dem sich häufig auch Gerichte beschäftigen

Das Thema Belästigung durch Grillgeruch sei auch schon häufig ein Fall für das Gericht gewesen. "Dabei ging es oft um die Frage, was in diesem Zusammenhang zumutbar oder eben nicht ist", sagt Vornberger. So seien sich beispielsweise die Richter nicht einig, wie oft im Monat gegrillt werden dürfe. Ob zwei mal, vier Mal im Jahr oder zwischen April und September nur einmal im Monat? 'Das sind alles Wischiwaschi-Urteile.' 

Lärmbelästigung

Ab wann kann man beispielsweise bei Festen im Sommer von Lärmbelästigung sprechen? Das komme auf die Uhrzeit, die Dauer und den jeweiligen Fall an, meint Polizeisprecher Christian Owsinski.

Die Polizei würde aber dann einschreiten, wenn die Zimmerlautstärke überschritten werde und sich ein Durchschnittsbürger gestört fühle. Nach Stadtrecht könne eine Strafe bis zu 2.500 Euro drohen. Nach dem Ordnungswidrigkeiten-Gesetz kann eine Strafe von bis zu 5.000 Euro anfallen.

Im Bereich der Polizeiinspektion Kempten mussten die Beamten dieses Jahr wegen Ruhestörung 640 Mal ausrücken. In 31 Fällen wurde Anzeige erstattet. In diesem Monat waren es allein neun Anzeigen. Jedoch seien die Ruhestörungen nicht auf das Grillen zurückzuführen.

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