Buchloe
«Mama» nicht nur für die eigenen Kinder

Eigentlich ist es ja noch ein paar Tage zu früh für das Muttertagsgeschenk. Und eigentlich ist Andrea Mair auch gar nicht die richtige Mama. Die kleine Franziska überreichte ihr aber trotzdem bereits am Mittwoch eine selbst gebastelte Blume. Die Zweijährige kommt nämlich erst nächste Woche wieder - und dann wäre es zu spät.

Andrea Mair ist Tagesmutter und kümmert sich neben ihren eigenen drei Kindern, den Zwillingsschwestern Anna-Lena und Marie-Luise (13) sowie Niklas (4), auch um Dominik und Franziska (beide 2).

«Als Niklas knapp zwei Jahre alt war, kam ich auf die Idee, als Tagesmutter zu arbeiten», erzählt die 37-Jährige. Es sei oft sehr schwierig, für Kleinkinder einen Betreuungsplatz zu finden. Die Buchloerin wandte sich also an das Jugendamt des Landkreises Ostallgäu und dann ging alles ganz schnell. «Eine Sachbearbeiterin hat sich damals unsere Wohnung in der Alpenstraße und jetzt auch das Haus angeschaut, und bereits im April 2007 kam das erste Tageskind», erinnert sich die dreifache Mutter. Eine spezielle Schulung brauchte die gelernte Kinderpflegerin nicht. Für Andrea Mair war es besonders wichtig, flexibel zu sein, denn ihr Sohn Niklas leidet an Diabetes: «Manchmal muss ich ihn spontan vom Kindergarten abholen.

Außerdem braucht er regelmäßig Mahlzeiten, und der Zuckerwert muss gemessen werden.» Die Buchloerin hat momentan Elternzeit und «da habe ich mir meinen Beruf, an dem ich immer sehr viel Freude hatte, nach Hause geholt».

Dominik und Franziska sind die Tageskinder fünf und sechs von Andrea Mair. Meistens überbrücken Eltern nur die Zeit bis zum Kindergarten. Die Nachfrage sei sehr groß. «Es rufen immer wieder Familien an, die eine Tagesmutter suchen», erzählt Mair. «Da habe ich ja richtig Glück gehabt», freut sich Dominiks Mutter Sylvia. Für sie ist es die perfekte Lösung: «Ich arbeite im Nachtdienst und brauche die Betreuung nur etwa an vier Tagen im Monat. Das würde keine Kindertagesstätte akzeptieren. Die haben feste und vor allem regelmäßige Buchungszeiten.»

Auch Sabine, die Mama von Franziska, wollte relativ schnell wieder tageweise in ihren Beruf einsteigen. Ihre Tochter fühle sich sehr wohl und sagt sogar oft «Mama Dea» zu ihrer Tagesmutter.

Im Spielzimmer im Keller der Doppelhaushälfte im Buchloer Südosten ist für die Kinder viel geboten. Im Hintergrund läuft das Kinderlied «Schnappi, das kleine Krokodil». Dominik belädt den Bulldoganhänger mit Kastanien. Niklas spielt mit den Playmobilfiguren. Franziska klettert auf den Schoß von Andrea Mair und greift zu den Malstiften.

«Voll integriert»

«Die Kinder gehören zur Familie und werden voll integriert», erzählt die 37-Jährige. Selbst wenn mal keine Tageskinder da sind, gehe es rund. In der Neubausiedlung gebe es etwa 40 Kinder in allen Altersklassen. «Die treffen sich ganz gerne bei uns», schmunzelt die Tagesmutter. Bei schönem Wetter geht sie mit den Kindern raus. Dominik und Franziska haben ihr Laufrad dabei und erkunden gerne die Umgebung.

Wenn ein Tageskind dann die Familie verlässt, weil es beispielsweise in den Kindergarten kommt, ist auch ein bisschen Wehmut dabei. «Man hat ja doch eine Zeit lang die Verantwortung und baut eine intensive Beziehung auf», sagt die 37-Jährige.

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