Görisried
Mal süß, mal romantisch

«Süß und lind - ein Chorkonzert im Sommer» hatte der Studentenchor der Universität Jena sein Konzert in der Pfarrkirche St. Oswald in Görisried überschrieben und die Zuhörer waren von den süßen Klängen begeistert. Die Fahrt von Marktoberdorf zum Konzert habe sich auf jeden Fall gelohnt, meinte einer der Zuhörer am Schluss.

Chorleiterin verbrachte jahrelang ihren Urlaub in Wildberg

Geboren in Berlin, verbrachte Chorleiterin Ines Kaun mit ihrer Familie jahrelang Ferien beziehungsweise Urlaub bei Familie Wohlfahrt in Wildberg. Seit 2008 studiert sie Chordirigieren an der «Hochschule für Musik Franz Liszt» in Weimar. Gleichzeitig begann auch ihre Zusammenarbeit mit dem Studentenchor Jena, dessen künstlerische Leiterin sie seit einem Jahr ist.

Als jetzt der Chor eine Konzertreise rund um den Bodensee machte, kam er auch zu einer Stippvisite nach Görisried. Mit spontanem Beifall bedankten sich die 36 Sängerinnen und Sänger für die Verköstigung am Nachmittag durch die Familie Wohlfahrt.

Beim Konzert in der Görisrieder Kirche lud der Chor seine Gäste zu einer musikalischen Reise durch die verschiedenen Epochen der Musikgeschichte ein. Dabei sang er in verschiedenen Sprachen. Mit Werken von Michael Praetorius über Orlando di Lasso, Giovanni Giacomo Gastoldi bis zu Claudio Monteverdi besang der junge Chor die verschiedenen Seiten der Liebe. Mal süß und romantisch, dann wieder wie in di Lassos «Matona mia cara» mit der manchmal recht derben Sprache eines Landsknechts. Und während beim ersten Lied der größere Teil der Sänger/innen vor dem Chor der Kirche sang, antwortete ein kleinerer Teil von der Empore.

Mit der «Missa brevis» des norwegischen Komponisten Knut Nystedt folgte als zweiter Gesangsteil eine moderne Messe, deren ungewöhnliche Tonfolgen Schmerz und Inbrunst des Gebets eindrucksvoll in Töne umsetzte. Der letzte Block des Konzerts war wohlbekannten Liedern von Johannes Brahms gewidmet. Bei einigen davon änderten die Sänger ihren Standort: Sie standen nicht in herkömmlicher Weise in Blöcken - geordnet nach den einzelnen Singstimmen - zusammen. Vielmehr mischten sich die einzelnen Stimmen untereinander. Dies verlangt von den einzelnen Sängern ein Höchstmaß an Konzentration, beschert den Zuhörern jedoch einen besonders komplexen Hörgenuss.

Zwischen den einzelnen Gesangsteilen füllten berauschende Orgelklänge das Kirchenschiff: Christoph Schauerte intonierte Werke von Johann Sebastian Bach. Neben umfassender Tätigkeit als Chorleiter und Stimmbildner ist er Organist an der historischen Volckland-Orgel in St. Crucis in Erfurt. Die Zuhörer waren begeistert und erbaten sich noch mehrere Zugaben. (sem)

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