Pfronten
«Mächlar» zeigen ihre Künste

Ab Samstag (Mariä Himmelfahrt) zeigen die Pfrontener «Mächlar» bei ihrer Ausstellung in der Aula der Hautschule in Heitlern wieder, was sie alles können. Den Startschuss gibt um 14 Uhr Zweiter Bürgermeister Philipp Trenkle. Ausgestellt wird ein Querschnitt künstlerischer und handwerklicher Arbeiten. Auch Bilder aus dem Frühjahrskurs der Volkshochschule Füssen in Pfronten unter Leitung von Hans Guggemos sind zu sehen.

Die Ausstellung ist ein beliebter Treffpunkt Gleichgesinnter, die sich mit verschiedenen Techniken, Materialien und Themen auseinandersetzen. Was an der Ausstellung besonders geschätzt wird, ist der kreative Austausch und der Dialog zwischen Ausstellern und Besuchern.

Keimzelle der Industrie

Was ist ein Mächlar? Neben den Erfindern gibt es im Allgäu Leute, die schöne, nützliche und kunsthandwerkliche Gegenstände herstellen. Im Allgäuer Wortschatz heißt es, der mächelt. Das Praktische und Handwerkliche, Holz oder Metall, waren den Männern vorbehalten. Die Frauen saßen am Spinnrad, nähten, strickten, häkelten und gaben die Techniken der Handarbeiten an ihre Nachkommen. Den Begriff «Pfrontner Mächlar» muss man noch genauer differenzieren. Thomas Haff (1775-1859) lebte und arbeitete in Pfronten-Dorf.

Seine Uhrmacherwerkstatt war auch für die Herstellung mathematischer Instrumente bekannt. So wurden Instrumente für die Grenzvermessung in den bayerischen Bergen während der napoleonischen Zeit in der Werkstatt dieses Uhrmachers repariert und justiert. Haffs Söhne gründeten 1835 die Firma Gebrüder Haff, die mathematische Instrumente, Reißzeuge, Zirkel und Präzisionsuhren herstellte und damit die Entwicklung der feinmechanischen Industrie in Pfronten einleitete. Viele Pfrontener verdienten damals ihren Lebensunterhalt in Heimarbeit. So wurden in vielen Holzschuppen und Bauernstuben in Handarbeit Zirkelteile gesägt, gefeilt, gebohrt und poliert. Im Volksmund wurden sie noch milde als «Mächlar» bezeichnet, ohne zu wissen, dass mit ihrer Präzisionsarbeit in Pfronten Firmen mit Weltruf entstehen.

Die «Mächlar» von heute sind Freizeitmächler aus allen Schichten und Berufen, die ihre kreative Geschicklichkeit bis ins Alter erhalten und alle zwei Jahre dem Publikum vorstellen. Die integrierte Sonderausstellung ist Pius Lotter gewidmet. Ein Jahr nach seinem Tod präsentiert seine Tochter Andrea Lotter neben Sammlungen von Naturalien, Schnitzereien, Aufzeichnungen und Beschreibungen von Brauchtumsarten und Bücher. Kinder erfahren in einer Spielecke «Was Dir die Natur erzählt».

Die Aussteller werden gebeten, weiße Tischdecken mitzubringen. Sie können am Freitag ab 10 Uhr ihre Produkte an reservierten Plätzen aufbauen.

Die Mächlar-Ausstellung in der Hauptschule hat bis Sonntag, 23. August, täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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